Roswitha Woitassek ist an Leukämie erkrankt

Stammzellenspender gesucht: Der Krebs kam schleichend

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Hoffen auf einen Stammzellenspender: Die Isthaerin Roswitha Woitassek ist an einer Form von Blutkrebs erkrankt. Unterstützung beim Kampf gegen die Krankheit bekommt sie von Ehemann Michael und ihren Kindern (von links) Nicole, Saskia und Marco.

Istha. Die Leukämie hat sich in ihr Leben geschlichen. Roswitha Woitassek aus Istha fühlte sich gesund und fit, die Blutuntersuchung beim Hausarzt Anfang September sollte reine Routine sein. Doch die Werte ließen den Mediziner aufhorchen, die 55-Jährige wurde an die Klinik in Bad Arolsen überwiesen. Am 15. Oktober dann die niederschmetternde Diagnose: Akute Myeloische Leukämie – kurz AML.

Inzwischen hat die Isthaerin den ersten Chemo-Block abgeschlossen und den zweiten begonnen. Nach der ersten Behandlung am Klinikum Kassel war der Blutkrebs noch da. Nichts hatte sich an ihrem Zustand geändert. Weihnachten verbrachte Roswitha Woitassek zusammen mit ihrem Ehemann Michael und ihren Kindern Nicole, Saskia und Marco im Krankenhaus. Bereits am 8. Januar wird sie sich einer weiteren Chemo-Einheit unterziehen.

Unterdessen suchen die Ärzte für sie in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nach einem Spender – zunächst in Deutschland, wenn sich kein genetischer Zwilling finden lässt, dann innerhalb Europas und sogar weltweit. In der Datei sind alle Person registriert, die sich irgendwann einmal haben typisieren lassen. So wie Roswitha Woitassek selbst, als das Schicksal eines Jungen aus Martinhagen sie vor 13 Jahren berührt hatte. Sie zögerte nicht lange und ließ sich in die Datei aufnehmen. Nun hofft sie, dass viele Menschen diesen Artikel lesen und sich im Internet unter www.dkms.de registrieren lassen. Die Chance, einen geeigneten Spender zu finden, liegt nach Informationen der Familie bei 90 Prozent. Doch bei aller Hoffnung, denkt sie nicht nur an sich. „Vielleicht kann über eine Typisierung anderen Menschen geholfen werden“, sagt die Krebspatientin.

Einfach und schmerzfrei

„Eine Knochenmark-Spende ist nicht das Gleiche wie eine Rückenmark-Spende“, sagt Michael Woitassek, der seit einigen Wochen weiß, dass es viele Menschen gibt, die aus Unkenntnis oder Angst vor einer Typisierung zurückschrecken. Dabei sei die Registrierung denkbar einfach und schmerzfrei. Wer helfen wolle, müsse nur der kurzen Anleitung auf der Internetseite folgen und sich kostenlos das Testset zuschicken lassen. „Letzten Endes muss man mit einem Wattestäbchen über die Innenseite der Wange streifen“, sagt der 53-Jährige.

Nie hatte die Isthaerin, die als Abteilungsleiterin im Herkules-Markt in Wolfhagen arbeitet, damit gerechnet, an Leukämie erkranken zu können. „Krebs, den bekommen die anderen“, dachte sie. Heute ist ihre Welt eine andere. Die Chemotherapie hat deutliche Spuren hinterlassen. Sie fühlt sich schwach, vom vielen Liegen haben sich die Muskeln zurückgebildet. Nur kurze Spaziergänge traut sie sich zu. Die Nächte nehmen zu,die sie schlaflos im Bett liegt. Dennoch lacht die Isthaerin viel, blickt hoffnungsvoll und positiv nach vorn. Dabei erhält sie viel Unterstützung von ihrer Familie. „Es nützt doch nichts, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagt sie.

Infos zur Stammzellenspende: www.dkms.de

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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