Kreditablösung: Bank forderte 1500 Euro - zu Unrecht

Wer nicht aufpasst, zahlt zu viel: Es lohnt sich, Kreditverträge genau zu prüfen. Foto:  dpa

Schwalm-Eder. Dieser Kredit wäre Jörg G. beinahe teuer zu stehen gekommen. Seine Bank hatte ihm als Vorfälligkeitsentschädigung für einen frühzeitig abgelösten Ratenkredit den Betrag von 1550 Euro berechnet. Zu Unrecht, befand die Verbraucherzentrale Kassel und protestierte in einem Schreiben.

Das Ergebnis: Jörg G. muss die Vorfälligkeitsentschädigung nun doch nicht zahlen.

Der 39-Jährige hatte vor zwei Jahren bei einem Geldinstitut im Schwalm-Eder-Kreis einen ganz normalen Ratenkredit in Höhe von 14 000 Euro aufgenommen. Der Homberger war damals knapp bei Kasse, die Bank gab Geld, um das Loch im Budget zu überbrücken. In diesem Frühjahr kam Jörg G. wieder zu Geld, er löste den Ratenkredit ab – und zwar vor Ablauf der vereinbarten Zeit.

Bank buchte 1500 Euro ab

Der Homberger hatte sich darauf eingestellt, der Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung, eine Art Schadensersatz für die frühzeitige Auflösung des Vertrags, zahlen zu müssen. „Ich hatte mit 250 Euro gerechnet“, sagt er.

Was dann aber kam, habe ihn kalt erwischt: Die Bank buchte ohne Absprache, ohne Genehmigung und ohne Vorankündigung 1500 Euro als Vorfälligkeitsentschädigung von seinem Girokonto ab. Das sei so völlig rechtens, habe ihm ein Mitarbeiter des Instituts gesagt und alle Einwände von Jörg G. abgewiesen. Der aber habe keine Sekunde daran geglaubt, dass er tatsächlich so viel Geld zahlen müsse, sagt der Homberger. Er wandte sich an die Verbraucherzentrale in Kassel.

Deren Beraterin Eva Raabe stimmt ihm zu. Das Geldinstitut habe kein Recht gehabt, für einen normalen Ratenkredit eine Vorfälligkeitsentschädigung zu kassieren, schon gar nicht in dieser Höhe. Sie schrieb an die Bank.

Die Reaktion: Es sei alles ein großes Missverständnis gewesen, teilt das Unternehmen mit. „In der Tat ist uns bei der ursprünglichen Berechnung ein Fehler unterlaufen, der unglücklicherweise zur Erhebung eines zu hohen Zinsschadens führte“, heißt es im Schreiben der Bank. Statt der geforderten Vorfälligkeitsentschädigung von 1500 Euro werde nun eine Gebühr von knapp 150 Euro fällig. Und das auch nur, weil Jörg G. die gesetzliche Kündigungsfrist des Kredits nicht eingehalten habe. Das stimme, sagt Raabe: Der Homberger habe zu spät gekündigt, deshalb auch die geforderte Summe gezahlt.

Wer zahlt Kosten für Fehler?

Wirklich zufrieden war Jörg G. aber noch nicht. Der Homberger wandte sich erneut an die Bank mit der Bitte, doch die Kosten für die Beratung in der Verbraucherzentrale zu tragen: „Es ist ja nicht mein Fehler, der das ganze Theater verursacht hat.“ Doch die Bank weigert sich, die für die Beratung angefallenen 50 Euro zu zahlen.

Jörg G. platzte der Kragen. Er wechselte das Geldinstitut. Und hat sich an die Bankenaufsicht gewendet. Sein Verdacht: Dass er nicht der erste ist, der eine ungerechtfertigte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen soll. „Ich habe mich gewehrt und damit 1400 Euro gespart. Aber wer weiß, viele Leute schon solche Rechnungen zähneknirschend bezahlt haben.“ WEITERE ARTIKEL

Quelle: HNA

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