Kleine Kommunen von 35-Prozent-Quote noch weit entfernt

Im Kreis fehlen noch 682 Krippenplätze

Wolfhagen. Ab 2013 haben Eltern von unter drei Jahre alten Kindern einen Rechtsanspruch auf einen Platz in Kindertagesstätten und -krippen. Doch im Landkreis Kassel ist man noch weit von diesem Ziel entfernt.

Für die derzeit etwa 5060 U-3-Kinder stehen nur 1090 Plätze zur Verfügung. Das ist eine Quote von 21,5 Prozent.

Auf ihrem Krippengipfel im Jahr 2007 hatten Bund, Länder und Kommunen eine Quote von 35 Prozent vereinbart, die 2013 erreicht werden soll. Das bedeutet, dass für 100 Unter-Dreijährige 35 Plätze bereit stehen müssen. Ein solches Angebot sei ausreichend, um die Nachfrage zu befriedigen, haben Experten errechnet.

Die Kosten für dieses Vorhaben sollen gedrittelt werden. Der Bund versprach bis 2013 vier Milliarden Euro für den Krippenausbau zur Verfügung zu stellen. Das Land Hessen gibt einen „Neuplatzbonus“ von 1500 Euro in diesem und 800 Euro im nächsten Jahr.

Doch die finanzielle Beteiligung von Bund und Land reicht offenbar nicht aus, um die Kommunen - in den meisten Fällen Träger der Kindertagesstätten - zu einem umfangreicheren Ausbau zu bewegen. „Das Problem ist die Komplementärfinanzierung“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises. Kleine, defizitäre Gemeinden könnten sich solche Investitionen einfach nicht mehr leisten. Größere Kommunen, wie beispielsweise Wolfhagen, schauen dem Jahr 2013 dagegen gelassen entgegen. Hier erfüllt man bei den Zwei- bis Dreijährigen schon lange die Quote und sogar noch mehr, sagt Kai Liebig von der Stadtverwaltung. „Da liegen wir bedarfsgerecht bei 50 Prozent.“ Derzeit leisten die Wolfhager Vorarbeit, um auch den Kleinsten ab 2013 einen Platz anbieten zu können.

Um die 35-Prozent-Quote zu erfüllen, müssten kreisweit noch 682 Plätze hinzukommen. 589 davon sollen in Kindertagesstätten entstehen, 160 als von Tageseltern betreute Plätze.  zum tage,

Quelle: HNA

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