Landrat Uwe Schmidt setzt auf Ausbau der Infrastruktur

Drastischer Bevölkerungsrückgang im Kreis Kassel bis 2030 

Kreis Kassel. Der drastische Bevölkerungsrückgang wird die Region vor neue Herausforderungen stellen. „Es wird nicht alles an Infrastruktur erhalten bleiben“, sagte Landrat Uwe Schmidt kürzlich in einem Gespräch mit der HNA.

Er brachte es überspitzt auf den Punkt: „In 20 Jahren könnte es im Landkreis Kassel wieder Wüstungen geben.“ Ein Blick in die Bevölkerungsstatistik scheint ihm recht zu geben. Ende Dezember 2011 lebten im Landkreis 236 387 Menschen. Ende 2030 werden es nach Berechnungen des Hessischen Statistischen Landesamtes 212 430 Personen sein. Das ist ein Schwund von 24 000 Menschen. Diese Zahl entspricht der Summe der Einwohner, die heute in Wolfhagen, Bad Emstal und Habichtswald leben. Abwanderung und Bevölkerungsverlust sind nur ein Aspekt dieser Entwicklung. Im selben Zeitraum wird der Anteil der über 65-Jährigen von jetzt 22,5 Prozent auf 31,9 Prozent im Jahre 2030 steigen.

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Auf diese Herausforderung zu reagieren, werde die große Aufgabe in den kommenden Jahren sein. Erhalt und bedarfsangepasste Weiterentwicklung der Infrastruktur seien die Schlüssel für den Fortbestand der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Kreises, sagte Schmidt. Dazu zähle die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Schon heute gebe es einen positiven Trend in jenen Stadt- und Ortsteilen, die direkt an die RegioTram angebunden seien. Ein weiteres zentrales Thema sei die ärztliche Versorgung in der Peripherie. Der Landkreis wolle den Aufbau Medizinischer Versorgungszentren unterstützen, wo verschiedene Experten unter einem Dach zusammenarbeiten.

Schmidt zeigt auch Grenzen auf: Die Vorgaben des Landes für Kommunen mit defizitären Haushalten ließen es nicht zu, „zusätzliches Geld für notwendige Aktivitäten zum Attraktivitätserhalt des ländlichen Raumes auszugeben“.

Quelle: HNA

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