Durchschnittlich 51 Fahrzeugbrände pro Jahr

Kreisbrandinspektor Torsten Hertel klärt über die Gefahr eines Autobrandes auf

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Manchmal trügt der Schein: Im Schnitt gibt es im Schwalm-Eder-Kreis jährlich rund 51 Kfz-Brände. Die Zahl ist in der Vergangenheit stabil geblieben. Das Bild entstand bei einer Übung der Feuerwehr Treysa. 

Schwalm-Eder. Für Autofahrer ist es eine Horrorvorstellung: Nach einem Unfall brennt der Wagen und explodiert. Über diese Gefahren sprachen wir mit Kreisbrandinspektor Torsten Hertel.

Was in Filmen häufig vorkommt, entspricht zum Glück nur in sehr wenigen Ausnahmefällen der Realität auf deutschen Straßen, sagt Kreisbrandinspektor Torsten Hertel. Fragen und Antworten zum Thema

Brennen Autos heute öfter als früher?

Kreisbrandinspektor des Schwalm-Eder-Kreises: Torsten Hertel.

Auch wenn Medienberichte und persönliche Wahrnehmung vielleicht etwas anderes suggerieren, die Zahl der Auto-Brände hat sich zumindest im Schwalm-Eder-Kreis in jüngster Zeit nicht erhöht. Laut Kreisbrandinspektor Torsten Hertel gab es in den vergangenem acht Jahren im gesamten Kreisgebiet im Durchschnitt jährlich 51 Fahrzeugbrände. Der Anteil der Lkw-Brände – meist Reifenbrände – betrage dabei rund fünfundzwanzig Prozent, teilte der Kreisbrandinspektor auf Anfrage mit. Im ersten Halbjahr 2017 gab es bislang 23 Fahrzeugbrände. Aus Sicht des Fachbereichs 37 (Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen) sei die Schadenshäufigkeit im Rahmen der letzten Jahre einzustufen, betonte Hertel: „Tendenziell gibt es in den Sommermonaten etwas mehr Brände. Das hängt sicher auch mit den wärmeren Temperaturen zusammen.“

Was sagen die Versicherer zu den Autobränden?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft stellte in den vergangenen Jahren sogar einen leichten Rückgang der durch Fahrzeugbrände verursachten Schäden fest. Gab es laut Statistik 2011 bundesweit noch 19.000 gemeldete Fälle, so waren es 2015 nur noch 15.900. Insgesamt mussten die Versicherer im zuletzt statistisch erfassten Jahr 61,7 Millionen Euro Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit Fahrzeugbränden auszahlen.

Gibt es Antriebsarten, die häufiger brennen?

Weder Kreisbrandinspektor, noch Versicherer konnten eine Aussage zu der Brandhäufigkeit verschiedener Antriebsarten – Benzin, Gas, Diesel oder Strom – machen.

Steigt die Wahrscheinlichkeit eines Brandes bei einem Unfall?

Hier ist keine allgemeingültige Antwort möglich, es kommt immer auf den Unfallhergang an, erklärt die Unfallforschung der Versicherer (UDV). Ein Brand entsteht meist dann, wenn auslaufende Betriebsstoffe, wie Benzin oder Öl, auf heiße Fahrzeugteile tropfen und sich entzünden. Da der Überdruck konstruktionsbedingt abgeleitet wird, explodiert ein Fahrzeugtank normalerweise aber nicht, berichtet der Experten aus Erfahrung.

Gibt es noch andere Brandursachen?

Ja. Neben einen technischen Defekt in der elektrischen Anlage des Autos spielt auch Vandalismus, also Brandstiftung, eine Rolle.

Wie muss ich mich im Brandfall verhalten?

Sollte man als Helfer nach einem Unfall zu einem brennenden Auto kommen, dann gilt es, umgehend die Feuerwehr über den Notruf 112 zu alarmieren. Priorität hat immer die Rettung der Insassen.

Ein Entstehungsbrand kann allerdings durchaus auch mit einem kleinen Autofeuerlöscher bekämpft werden. Wie UDV und die DEKRA bei Brandversuchen feststellten, breitet sich ein Brand in den ersten Minuten des Entstehens in der Regel relativ langsam aus, sodass fünf bis zehn Minuten vergehen, bis Rauch und Flammen den Innenraum erreichen.

Quelle: HNA

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