Sein Nachfolger ist Torsten Hertel

Kreisbrandinspektor Werner Bähr verabschiedet - jetzt im Hauptberuf Opa

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Verabschiedung und Amtseinführung: Unser Foto zeigt von links den langjährigen Kreisbrandinspektor Werner Bähr mit seiner Ehefrau Waltraud, Landrat Winfried Becker, Simone Hertel sowie ihren Mann, den neuen Kreisbrandinspektor Torsten Hertel. Fotos: Rohde

Borken. Es gibt viele Geschichten, die Werner Bähr charakterisieren. Einige wurden am Montag zur Verabschiedung des Kreisbrandinspektor im Borkener Bürgerhaus zum Besten gegeben.

In diesen Geschichten geht es meist um Geradlinigkeit, Beharrlichkeit und einen ganz eigenen Sinn für Humor.

In der Vorweihnachtszeit sei der Kreisbrandinspektor Richtung Wiesbaden aufgebrochen, um die zuständigen Ministerien zu besuchen, erzählte Landrat Winfried Becker. In seinem Aktenkoffer hätten sich aber keine Unterlagen befunden, sondern Ahle Wurscht und Wein vom Böddiger Berg - „zum interkulturellen Austausch“. Einwurf Bähr: „Als Entwicklungshilfe“.

Bährs Nachfolger ist Torsten Hertel aus Neukirchen-Seigertshausen. Landrat Becker überreichte ihm am Montag die Ernennungsurkunde.

Werner Bähr, der Ende Mai seinen 64. Geburtstag feiert, habe sich zu einer „herausragenden Persönlichkeit“ im Brand- und Katastrophenschutz entwickelt, sagte Landrat Becker. Seine Stimme habe Gewicht. Beispielsweise, wenn er seine Wertschätzung für das Ehrenamt beschreibt. Originalton Bähr: „Wir sind nur deshalb so gut, weil wir so viele sind.“

Der gesellschaftliche und technische Wandel - unter anderem mit der Einführung des Digitalfunks - stelle die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Darauf verwies Staatssekretär Werner Koch aus dem hessischen Innenministerium. Das Ehrenamt stehe aber immer im Mittelpunkt, „denn zu den freiwilligen Feuerwehren gibt es keine sinnvolle bezahlbare Alternative“.

„Werner Bähr hat mit seiner menschlichen Art gezeigt, dass der Mensch im Mittelpunkt steht“, sagte auch Bernd Heßler, der die Grüße der 27 Bürgermeister des Landkreises überbrachte. Der Kreisbrandinspektor habe sich immer Zeit für die Städte und Gemeinden genommen.

Viele Weggefährten aus Feuerwehr, Politik und Verbänden waren zur Verabschiedung Bährs gekommen. Unter anderem auch der Leiter der Landesfeuerwehrschule, Silvio Burlon. Bei Werner Bähr sei schon der Nachname Programm, sagte er: „Kraftvoll und stimmgewaltig - nicht nur, was die Lautstärke, sondern auch die Inhalte angeht.“

Pfarrer Günter Kolbe als Beauftragter Pfarrer für die Notfallseelsorge, dankte Bähr für viele gute Gespräche. Gott habe ihn gesegnet mit Ruhe, Kraft und Humor. Letztere Eigenschaft beschrieb auch Robert Pfalzgraf, der sich für die Kollegen des Brand- und Katastrophenschutzes bei Werner Bähr bedankte. Problematisch sei etwa der Umgang mit Computer („Affenkiste“) gewesen. Originalton Bähr: „Ich stamme aus einer Zeit, als Schnittstellen noch geblutet haben.“

Bähr selbst bedankte sich bei seinen vielen Mitstreiter und einem Umfeld, das diese Arbeit erst ermöglicht habe. Das letzte Wort hatte jedoch Enkelin Charlotte Bähr: „Wir haben da zuhause noch einen Job für dich: Opa!“

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Ralf Ackermann, zeichnete Werner Bähr für seine Verdienste um das Ehrenamt mit der selten vergebenen Goldenen Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes aus. Bähr ist noch bis 2016 Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrvebandes Kurhessen-Waldeck.

Werner Bähr, der im Mai 64 wird, lebt mit seiner Familie im Felsberger Stadtteil Böddiger, wo er geboren und aufgewachsen ist. Der gelernte Maschinenschlosser, der zunächst bei der KVG und dann bei der Stadt Felsberg beschäftigt war, fühlte sich schon als Jugendlicher zur Feuerwehr hingezogen und machte sein Hobby zum Beruf. 15 Jahre leitete er das Amt für Brand- und Katastrophenschutz, zuvor war er schon 27 Jahre Stadtbrandinspektor in Felsberg gewesen. Diese Funktion hatte er mit 21 übernommen, als seinerzeit jüngster Stadtbrandinspektor in Hessen.

Quelle: HNA

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