Schwarzenberg-Theater spielte im Kulturbahnhof Wabern

Bis zur Kreisgrenze

Schwalm-Eder und die Antike: Die Schauspielerin Julia Dernbach war mit dem Schwarzenberg-Theater zu Gast im Waberner Kulturbahnhof. Foto: Meinicke

Wabern. Für den Nordhessen ist der Globus eine Scheibe, die an der Kreisgrenze endet. Das war eine der Thesen von Justus Riemenschneider, die er bei seinem Auftritt im Waberner Kulturbahnhof präsentierte.

Begierig lauschte das Publikum dem Wortschwall des philosophierenden Schulhausmeisters, gespielt von Bernd Köhler vom Schwarzenberg-Theater. Musikalisch wurde er mitreißend begleitet vom Akkordeonisten Welf Kerner und den schräg-gekonnten Gesangseinlagen der Schauspielerin Julia Dernbach.

Mit „Philoso - Vieles“ dem Namen des Programms, war das Fresko von Raffael „Die Schule von Athen“ untertitelt, welches neben der Bühne hing. Wer genau hinsah, erkannte Philosophen mit Brillen einer Optikerkette.

Wer hinhörte, erfuhr von der Nähe des nordhessischen Dreistromlandes Schwalm-Eder-Efze zur Antike. Auch der Vatikan spielte eine Rolle. Doch wenn in Wabern weißer Rauch aufsteigt, wird kein neuer Papst gewählt, sondern die Rübenernte war gut.

Auch werde dort einmal die Woche die Treppe feucht gewischt, und das Handy liege ungenutzt neben dem Telefon mit Wählscheibe. Organisiert wurde der Abend vom Kultur- und Geschichtskreis Wabern unter dem Vorsitz von Manfred Uchtmann. Der große Erfolg zeigte sich in der Reaktion des Publikums.

„Wo seid Ihr im Leben gelandet?“ kam es tragisch von der Bühne. Durchaus enthusiastisch wurde aus dem Saal geantwortet: „In Wabern!“ Einmal waren die Kabarettisten im Unrecht. Es hieß, der Nordhesse gehe mit einer Mimik herum, als wäre er gerade durch die Führerscheinprüfung gefallen. An diesem Abend waren nur lachende Gesichter zu sehen.

Von Michael Meinicke

Quelle: HNA

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