Weitere Veränderungen angekündigt

Vorstandschef Sontheimer: „Kreisklinik wird erhalten“

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Kreisklinik soll Notfallstandort bleiben: Bei der Wolfhager Stadtverordnetensitzung am Donnerstag ging es um die Situation des Krankenhauses am Ofenberg.

Wolfhagen. Für ein volles Haus bei der Wolfhager Stadtverordnetensitzung am Donnerstagabend sorgte der Besuch des Vorstandsvorsitzenden der Nordhessen Holding AG, Dr. Gerhard Sontheimer, und sein angekündigter Bericht zur Situation der Wolfhager Kreisklinik.

Seine Kernaussagen: „Die Kreisklinik steht nicht zur Disposition.“ Und weiter: Wolfhagen sei vom Land als Notfallstandort definiert und werde langfristig erhalten. Allerdings, so schränkte Sontheimer immer wieder ein: „Es wird weitere Strukturveränderungen geben.“ Die seien der Notwendigkeit von Wirtschaftlichkeit geschuldet. Denn eines machte der Vorstandsvorsitzende auch klar: Die fehlende Krankenhausfinanzierung vom Land und die Umstellung in 2005 auf Fallpauschalen sorge dafür, das immer mehr Krankenhäuser pleite gingen. Deshalb sei ein rigider Sparkurs angesagt.

Anhand von Grafiken wurde deutlich, dass Wolfhagen die einzige Klinik der Holding auf dem Land ist, die schwarze Zahlen schreibt. Hofgeismar bewegt sich auf der Null-Linie und Helmarshausen zeigt sich deutlich im Minus. Wolfhagen habe 2009 sogar einen Rekordumsatz gehabt, sagt Sontheimer. Für dieses Jahr zeichne sich allerdings ein Defizit ab. Die Auslastung der Klinik liege bei 51 Prozent. Für eine wirtschaftliche Führung des Betriebes seien aber 85 bis 95 Prozent nötig, so Sontheimer. Aus diesem Grund sei eine Reduzierung der Bettenzahl nötig gewesen. Trotz der Zusammenlegung von Stationen werde man weiter in den Standort investieren. „Wolfhagen ist kein Krankenhaus zweiter Klasse.“ Ein Problem sei die Besetzung der Chefarztstellen, weil viele nicht aufs Land wollten. Der Interessent für die Chefarztstelle der Chirurgie sei kurzfristig abgesprungen, teilte Sontheimer mit.

Dr. Gerhard Sontheimer

Kritik gab es von Seiten der Ärzte im Zuschauerraum, dem Urologen Dr. Dirk Gumbel und dem Gynäkologen Dr. Werner Prinz. Gumbel sieht eine Konkurrenzsituation für die Kreisklinik mit Arolsen und Korbach. Die würden mit besserer Ausstattung die Patienten weglocken. Prinz sagte: Die Zusammenlegung der Stationen sei ohne ärztlichen Sachverstand erfolgt. „Da wird mit der Brechstange gespart.“ Unter anderem erkundigte sich Prinz nach der Zukunft des Labors. „Bleibt das jetzt nachts geschlossen?“

Zu letzterem sagte Sontheimer, dass man derzeit das Labor mit Hilfe eines externen Beraters unter die Lupe nehme.Eine Entscheidung dazu werde erst in 14 Tagen fallen. Der Wolfhager KrankenhausGeschäftsführer Bernd Tilenius, der ebenfalls zur Sitzung gekommen war, sagte, dass auch der Bereich Radiologie derzeit umstruktuiert werde.

Quelle: HNA

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