Finanzielle Unterstützung für Initiativen geplant

Kreistag fordert Landarztquote für den Schwalm-Eder-Kreis

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Lösungsansatz: Das Medizinische Versorgungszentrum in Schwarzenborn könnte als Beispiel für die künftige ärztliche Versorgung im Schwalm-Eder-Kreis dienen. 

Schwalm-Eder. Die medizinische Versorgung im Schwalm-Eder-Kreis muss sicher gestellt werden. Darüber waren sich die Mitglieder des Kreistags am Montag einig. Sie mussten sich jedoch eingestehen, dass sie in der Frage der Hausarztversorgung nicht viel bewirken können.

Damit sich das ändert, stellt der Kreis in diesem und im kommenden Jahr jeweils 100 000 Euro für neue Praxiskonzepte, die Ausbildung von Praxisassistenten und die Telemedizin zu Verfügung. Weiter fordert der Kreis Bund und Land dazu auf, die Zahl der Medizinstudienplätze um 20 Prozent zu erhöhen. Dazu soll das Land eine Landarztquote einführen und für mehr Studienplätze in den klinischen Semestern sorgen. Die Kassenärztliche Vereinigung soll lokale Initiativen zur medizinischen Versorgung unterstützen. Schließlich will der Kreis ein Stipendium ausschreiben. Darin soll sich ein Medizinstudent nach Abschluss des Studiums verpflichten, eine gewisse Zeit als Hausarzt im Kreis zu arbeiten.

Das beschloss der Kreistag mit den Stimmen von SPD, FWG, FDP, Grünen, Linken und AfD. Die CDU enthielt sich. Gescheitert war sie zuvor mit ihrem Antrag, der Kreis solle die Einstellung eines Gesundheitsmanagers prüfen.

Ernüchternde Bilanz

Ernüchternd fiel nach Angaben des Ersten Kreisbeigeordneten Jürgen Kaufmann die Bestandsaufnahme in der Gesundheitskonferenz des Kreises aus. In den kommenden fünf Jahren würde die Hälfte der Landärzte aus Altersgründen ihre Praxen schließen. Nachfolger seien kaum in Sicht, denn den klassischen „Einzelkämpfer in der Praxis gibt es nicht mehr“. Zwar sei die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) mit der Versorgung beauftragt, doch nehme sie bei der Lösungen auch mit alternativen Versorgungsmodellen eine Blockadehaltung ein, beklagte Kaufmann.

Die Zeit, die ärztliche Versorgung auf dem Land zu lösen, drängte, sagte FDP-Sprecher Dr. Ortwin Sprenger. Die KV sehe das allerdings anders. Das spiegele sich auch darin, dass kein KV-Vertreter an den Gesundheitskonferenzen teilnahm. Sein Fazit: Das Image des Landarztes muss sich ändern, damit auch junge Mediziner den Weg einschlagen. Auch sollte der Kreis alles daran setzen, mit der KV ins Gespräch zu kommen.

Kritik kam von CDU-Fraktionschef Mark Weinmeister. Sicher, der Kreis könne in der Frage der Stellenbesetzung nicht viel tun. Auch bei der Zahl der Studienplätze setzten Bund und Land den Rahmen. Doch damit sollte man sich nicht zufriedengeben. Vielmehr sollte gemeinsam nach neuen Wegen gesucht werden. So habe die Gesundheitskonferenz viele Jahre nicht getagt. Auch vermisse er beispielsweise Alternativen, beispielsweise medizinische Netzwerke, wie es sie in anderen Landkreisen gebe. Deshalb forderte er einen Gesundheitsmanager, der beispielsweise helfen könnte, andere Möglichkeiten der medizinischen Versorgung zu nutzen. Dem Vorschlag wollte der Kreistag aber nicht folgen.

Quelle: HNA

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