Kreistag: Keine Ansiedlungsprämie für Landärzte

Schwalm-Eder. Auf dem Land gibt es zunehmend Schwierigkeiten, frei werdende Hausarztstellen zu besetzen. Damit in einzelnen Orten keine Versorgungslücken entstehen, hat die FDP im Kreistag vorgeschlagen, interessierten Ärzten eine Wiederbesetzungsprämie zu zahlen.

Es gebe insgesamt genug Mediziner, begründete Peter Klufmöller; die Praxen seien aber nicht immer günstig für die Patienten verteilt. Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaftsförderung könne der Landkreis hier Anreize schaffen, um gegenzusteuern.

Der Vorstoß scheiterte am Nein von SPD, FWG und Grünen. Die FDP mache „ihrem Ruf als Klientelpartei alle Ehre“, konstatierte Dr. Edgar Franke (SPD). Insgesamt hätten niedergelassene Ärzte in den vergangenen Jahren deutliche Einkommenszuwächse erzielt, während das FDP-geführte Gesundheitsministerium gerade die Landärzte schlechter gestellt habe, so Franke, der als Bundestagsabgeordneter Gesundheitspolitik macht. Da sei nicht einzusehen, weshalb der Kreis mit seinen Riesenschulden „Freiberufler subventionieren“ solle. Die Verteilung der Arztsitze müsse vielmehr politisch über die Kassenärztlichen Vereinigungen gesteuert werden, forderte Franke.

Von einem „Strukturproblem, das sich nicht mit Subventionen lösen lässt“, sprach Martin Häusling von den Grünen. Und Bernd Henninghausen (CDU) gab zu bedenken, dass eine Wiederbesetzungsprämie auch in eigentlich gut versorgten Orten einen Mitnahmeeffekt bei den Medizinern auslösen könnte.

Mehrere Redner wiesen in der Kreistagssitzung darauf hin, dass sich auf Kreisebene inzwischen eine Arbeitsgruppe zum Thema Ärzteversorgung gebildet habe. Deren Erkenntnisse und Empfehlungen wollen die Politiker nun zunächst abwarten. (asz)

Quelle: HNA

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