Krimiwanderung im Habichtswald: Mordsspaß im Regen

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Niedenstein/Bad Emstal. Kriminalistischer Spürsinn war am Wochenende im Habichtswald gefragt, denn ein Mord war geschehen. Ein echter Mord?

Nein, aber einen Mordsspaß machte die Krimiwanderung, die die drei Gemeinden Niedenstein, Bad Emstal und Schauenburg organisiert hatten.

Christina Georg aus Niedenstein, Sabine Schwarzer aus Schauenburg und Jörg Deismann, der Leiter der Theaterscheune Elmshagen, sowie alle weiteren Akteure hatten sich mordsmäßig ins Zeug gelegt und eine Wanderung der besonderen Art vorbereitet.

Die Teilnehmer wurden zu Hilfsermittlern ernannt und konnten ihr ermittlerisches Talent testen. Treffpunkt war am Wanderparkplatz Falkenstein. Jeder „Ermittler“ bekam einen Notizblock und eine Zeitung ausgehändigt. „Minna von Habichtswald brutal ermordet“, so berichtet es „Der Habicht“, die Zeitung für den Habichtswald in einer Sonderausgabe. Die Tote sei in ihrem Landhaus bei Niedenstein aufgefunden worden, Spuren eines Kampfes deutlich gewesen, die Tochter des Opfers verschwunden. Zudem habe die Tote einen Diamanten in der Hand gehalten, der wohl aus dem vermissten Schatz der Familie stamme.

Nach einer paar Worten zur Wanderung und einer kurzen Einführung durch Kriminaltechniker Peter Kettman (Jörg Deismann) ging es los zum ersten Fundort von Beweismitteln. Im Viertelstundentakt liefen vier Gruppen vom Parkplatz los. Insgesamt waren es am Samstag und Sonntag 120 Wanderermittler, die im Wald unterwegs waren.

Es regnet. Aber irgendwie scheint es, als gehöre das dazu. Die Fundstücke wirken durch die Feuchtigkeit und die einsetzende Dämmerung noch echter. An neun Stationen im Wald finden sich ein offenbar frisch genutztes Schlaflager an einer kleinen Waldhütte, blutverschmierte Stoffteile, ein alter Schlüssel, ein halb vergrabener Schädel, Telefonnummern und weitere Hinweise auf den Mörder oder die Mörderin.

Es ist schon dunkel und die Gruppe längst mit Taschenlampen unterwegs, da liegt mitten im Wald eine weitere Leiche. Es wird immer spannender, denn schließlich sollen die Teilnehmer herausfinden, wer die Morde verübt haben könnte. Zum Schluss der Wanderung kann man mit der richtigen Antwort an einem Gewinnspiel teilnehmen. An jeder Station wird gerätselt, es werden Vermutungen geäußert. Die Gruppe zusammen, aber auch jeder für sich ermittelt. Und zwischendurch geht es über Stock und Stein auf einer sieben Kilometer langen Strecke durch den Wald. Ziel ist die Grillhütte Merxhausen.

„Die Kombination aus Wandern und kriminalistischem Rätseln scheint funktioniert zu haben“, freute sich Jörg Deismann. Die Teilnehmer kamen trotz des schlechten Wetters vergnügt und zufrieden am Ziel an.

Die Nachfrage sei so groß gewesen, dass die Wanderung nicht nur an den zwei Tagen, sondern im Herbst noch einmal stattfinden werde, kündigte Christina Georg an. Außerdem soll es im Herbst auch eine Quizwanderung für Kinder mit ihren Eltern geben.

Weitere Informationen: www.schoenentag-habichtswald.de, www.naturpark-habichtswald.de oder www.habichtswaldsteig.de

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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