Jürgen Behncke schuf ein kleines Kunstwerk: Ensemble mit regionalem Charakter

Krippe im hessischen Stil

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Detailverliebt und schön: Krippenbauer Jürgen Behncke mit Ehefrau Brigitte und den Enkeltöchtern Sophie (8) und Amelie (6) mit seiner Krippe im nordhessischen Stil.

Obermelsungen. Es ist nicht die erste Krippe, die Jürgen Behncke gebaut hat. In liebevoller Kleinarbeit schuf er bereits mehrere Exemplare im bayerischen Stadelcharakter. Jetzt aber hatte er die Idee, ein hessisches Motiv zu bauen: als Fachwerkhaus mit Stallgebäude, eine Schmiede, Schuppen und Dorfbrunnen.

"Ich male und bastle gerne", erzählt der pensionierte Ingenieur, der als früherer Guxhagener Bauamtsleiter auch mit der Sanierung von Fachwerkhäusern zu tun hatte. Das erklärt die Detailverliebtheit seiner Krippe.

Viele liebevolle Details

Die alpinen Modelle entlehnte er einem Handbuch zum Krippenbau. Jetzt übertrug er die Technik der bayerischen Krippen auf ein regionales Modell. Entstanden ist ein Fachwerkgebäude, das er in Miniatur genauso gebaut hat, wie ein Zimmermann ein großes Haus bauen würde.

Der 64-Jährige hat Mini-Eichenholzbalken eingesetzt, Sprossenfenster gebastelt, die Gefache mit Moltofil gespachtelt, verputzt und gestrichen, ein Schindeldach draufgesetzt. Das Ensemble umfasst einen Dorfplatz mit Tannenbaum, ein Fachwerkhaus mit Scheune, einen Stall, eine Dorfschmiede mit Werkstatt und einen Brunnen. Nur die Krippenfiguren sind gekauft.

Behncke bastelt gern und ständig. Vier Krippen hat er schon gebaut und verschenkt, "diese aber bleibt im Haus", sagt er. Zur Freude der Enkelkinder Sophie (8) und Amelie (6), die immer neue Details erkennen. So wie die Winde, die Lurre, im zweiten Stock des Bauernhauses die Winde, mit der einst das Heu und Stroh nach oben befördert wurde. Oder den gemauerten Haussockel. Selbst Renovierungsarbeiten hat Behncke integriert. Weil früher schadhaftes Fachwerk im unteren Bereich oft später gemauert wurde, hat er selbst dieses Detail integriert und ein Gebäude geschaffen, dem man ansieht, dass im Laufe von Jahrzehnten oder Jahrhunderten ausgebessert wurde. Kurz: Ein kleines großartiges Kunstwerk, das regionalen Baustil aufgreift.

Von Alexandra Lache-Elsen 

Quelle: HNA

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