Geschafft: TSV Urfftal ist raus aus der Insolvenz und wieder geschäftsfähig

Der Krise davongerannt

Sie freuen sich schon auf die nächste Saison: Die Bambini-Kicker des TSV Urfftal haben im vergangenen Sommer demonstriert, dass sie zu ihrem Verein halten und der TSV auch für die Zukunft gerüstet ist. Darüber freuten sich Wolfgang Friedrich (rechts) und Holger Möller. Archivfoto: Yüce

Bad Zwesten. Sie haben es geschafft: Der TSV Urfftal ist raus aus der Krise, raus aus der Insolvenz. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Walter Fieting und freut sich darüber, dass der Verein die Gemeinnützigkeit wieder hat.

„Das bedeutet, dass wir alles rund um die Insolvenz abgeschlossen haben.“

In die Krise geraten war der Verein, weil fehlerhaft ausgestellte Spendenbescheinigungen für eine Nachforderung des Finanzamtes in Höhe von 51 000 Euro gesorgt hatten. Viel Geld, dass der Verein aus eigener Kraft nicht hätte aufbringen können. Ein Vergleich sorgte dafür, dass der TSV 10 000 Euro zahlen sollte. Doch auch das sprengte die Vereinskasse (wir berichteten). Letztlich musste der Verein 17 000 Euro aufbringen, denn auch der Insolvenzverwalter musste bezahlt werden, erklärt Fieting.

Teil der Seele des Ortes

„Es war eine dramatische Lage. Wir haben es mit der Hilfe der Menschen in Niederurff geschafft“, so der stellvertretende Vorsitzende. Der Ort habe zusammengehalten, und viele Einwohner spendeten Geld, um den TSV Urfftal zu retten. Mit Erfolg. „Das zeigt, dass der TSV ein Teil der Seele des Dorfes ist“, betont Fieting. Mitglieder des TSV seien im Ort von Haustür zu Haustür gegangen und hätten um Spenden gebeten. „Wir haben unsere Situation erklärt“, sagt Fieting. Toll sei nicht nur die Unterstützung im Ort, sondern auch, dass nur sehr weniger Mitglieder dem Verein den Rücken gekehrt hätten.

Rund 200 Mitglieder hat der TSV. Voller Lob ist Fieting für seine Vorstands-Kollegen. „Es ist uns gelungen, die Mitglieder zu motivieren.“ Hätte der Verein das Geld nicht aufbringen können, wäre der Vorstand haftbar gewesen und hätte das Geld aus eigener Tasche berappen müssen.

Aus der Bahn geworfen habe das Insolvenzverfahren den TSV nicht. „Die Arbeit in den Abteilungen kam nicht zum Erliegen.“

Versammlung am Freitag

Vor allem die Läufer, die Gymnastikfrauen und die Bambini-Fußballer sind die tragenden Säulen des Vereins. Sie werden während der Jahreshauptversammlung am Freitag im Vereinsheim über ihre Aktivitäten berichten. Außerdem stehen Neuwahlen des Vorstandes an. Klar scheint, dass der Vorsitzende Wolfgang Friedrich weitermachen wird. Fieting wird nicht mehr antreten. „Ich kehre zurück in die Reihe der Aktiven und werde die Läufer wieder stärker unterstützen.“

Über die Zukunft des Vereins soll gesprochen werden: „Wir wollen wissen, was die Mitglieder erwarten.“ Möglich wäre zum Beispiel die Gründung einer neuen Sparte, etwa eine Schwimmabteilung. Außerdem soll die Satzung überarbeitet werden. „Damit wir Spendenquittungen ausstellen dürfen und nie wieder in eine solche Situation kommen“, sagt Fieting. Jetzt starte der TSV mit Energie durch.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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