Wolfgang Gerhardt sprach über Europa und die FDP-Führung

Krisen und Kritik

Stelldichein im neuen Jahr: Wolfgang Gerhardt (rechts) sprach über FDP-Themen, hier mit dem FDP-Kreisvorsitzenden Nils Weigand (Mitte) sowie Manfred Ripke. Foto: Thiery

Homberg. Trotz der Krise in Europa sieht Wolfgang Gerhardt optimistisch nach vorne: Der Spitzenpolitiker der FDP war am Sonntag Gastredner beim FDP-Neujahrempfang in Homberg. „Deutschland ist weiter stabil“, lautet seine Prognose für dieses Jahr.

Mit dem produzierenden Gewerbe und dem Schwerpunkt auf Technik sei man in Europa führend. Das sei der Vorteil gegenüber den Dienstleistern. „Wir haben mit unseren Produkten etwas, was wir exportieren können.“

Die Zukunft Europas hänge nun an der Organisation in den Krisenländern. „Da müssen Kataster her, und Steuern müssen auch eingezogen werden“, rügte er die Strukturen in Griechenland. Kredite sollten nur dann gegeben werden, wenn tatsächlich neue Strukturen geschaffen werden.

Weniger kritisch sieht er die Lage Italiens. Mit dem neuen Ministerpräsidenten Mario Monti könne es gelingen, dass Italien aus der Krise kommt.

Nur Länder, die eine vernünftige Bildungspolitik betreiben, könnten auf Dauer bestehen. Das sei auch eine große Aufgabe in Deutschland. Man müsse in Bildung investieren, und die Menschen müssten bereit sein, zu lernen.

Kritik gab es für die eigenen Reihen. „Wir brauchen eine bessere Führungsriege in der Bundespolitik“, sagte er. Das sei entscheidend für das Ansehen der FDP in der Öffentlichkeit. Es müsse wieder ein maßvolles Verhältnis her zwischen substanzieller Arbeit und der persönlichen Darstellung in der Öffentlichkeit.

Das sah auch Hombergs FDP-Politiker Manfred Ripke so. „Wir an der Basis haben die Nase voll“, sagte er. Nils Weigand, Vorsitzender der FDP im Landkreis, sieht teamorientierte Sacharbeit als Lösung für die Probleme in Berlin. Wenigstens an der Basis sei noch alles in Ordnung, meinte er scherzhaft mit Blick auf die 100 Besucher, die am Sonntag zum Empfang ins Restaurant Stadt Cassel gekommen waren. (zty)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare