Kosten lagen bei 15.000 Euro

Kritik an neuen Schildern in Melsungen: Tafeln führen in die Irre

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Passt nicht ins Ambiente: Ludwig Below aus Melsungen stört sich an der Platzierung der Hinweistafel, weil diese zu nah am Gebäude aufgestellt wurde. Außerdem sind seiner Meinung nach die Pfeile nicht eindeutig, sodass es bei Ortsfremden zu Verwirrung kommen könnte.

Melsungen. In der Melsunger Innenstadt wurden jetzt neue Hinweisschilder aufgestellt. Sie sollen der Orientierung dienen. Doch sie sorgen eher für Verwirrung.

Sie zeigen dem Betrachter, wo die verschiedenen Lokalitäten zu finden sind und weisen den Weg dorthin. Jedenfalls sollen sie das. Denn nicht jeder versteht auf Anhieb, wie die Schilder zu lesen sind.

Sieben solcher Tafeln sind in der Melsunger Innenstadt verteilt. Der Druck und die Montage haben laut Bürgermeister Markus Boucsein komplett etwa 15.000 Euro gekostet.

Die Beschwerden

Nun sind Beschwerden mehrerer Geschäftsmänner, die namentlich nicht genannt werden möchten, laut geworden. Denen zufolge sollen vor allem die Schilder bei „Münzen am Markt“ nicht eindeutig für Touristen und Ortsfremde zu lesen sein und in die Irre führen.

Die Beschilderung

So zeige der große Pfeil auf dem Hinweisschild für die Sandstraße zwar in die Sandstraße, die kleineren Pfeile darunter aber eher in die Mühlenstraße. Ähnlich ist es bei der Ausschilderung des Le Petit Café beim Schild für die Mühlenstraße.

Der große Pfeil zeigt in die Mühlenstraße, einer der kleineren Pfeile darunter, der das Café ausschildert, zeigt nach links. Es könnte also so gedeutet werden, als müsse man über den Marktplatz oder in die Kasseler Straße gehen, um das Café zu erreichen. Das könnte bei einigen Fußgängern für Verwirrung sorgen.

Die Antwort

Der Melsunger Citymanager Mario Okrafka weist die Beschwerden zurück. Die Hinweisschilder seien nicht für Ortsansässige gedacht, sondern für Leute von außerhalb, die sich in Melsungen nicht auskennen.

Um das Hinweisschild zu verstehen, müsse man es von oben nach unten lesen, erklärt Mario Okrafka weiter.

Auf dem Hinweisschild, welches Richtung Sandstraße zeigt, ist der große Pfeil mit der Entfernung vom Schild zur Sandstraße beschriftet. Diese Entfernung müsse erst zurückgelegt werden, um in die Sandstraße zu gelangen, fügt Okrafka hinzu.

Anschließend könne man anhand der kleinen Pfeile auf der Tafel sehen, auf welcher Straßenseite sich die Geschäfte befinden. 

Das sagen die Einwohner

Die Meinungen zu den Hinweisschildern in der Bevölkerung sind unterschiedlich. So ist Achim Waßmuth aus Melsungen der Meinung, dass die Hinweisschilder übersichtlich sind. Jedoch findet er, dass sie zu modern aussehen und nicht in das Ambiente der Fachwerkstadt passen. Eine Frau, die ihren Namen nicht nennen mochte, findet die Schilder etwas verwirrend, da zum Beispiel die Ausschilderung des Café Krone dazu verleitet, beim Aufsuchen des Cafés die falsche Richtung zu wählen. Ästhetisch würden die Schilder aber zur Altstadt passen, meint sie. Ludwig Below aus Melsungen findet die Platzierung der Schilder unpassend. Das Schild, das Richtung Sandstraße zeigt, stehe zu dicht am Gebäude von „Münzen am Markt“. Auch er ist der Meinung, dass man direkt den kleinen Pfeilen folgen würde, bevor man die ausgeschilderte Straße betritt. Michael Schneider aus Biedenkopf hingegen findet die Schilder übersichtlich. Besonders gut gefallen ihm die Logos der ausgeschilderten Geschäfte. Falls man die Schilder dennoch nicht verstehen würde, könne man die Leute nach dem Weg fragen, sagt er.

Quelle: HNA

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