Kritik von Logistiker nach Giftunfall löst Verärgerung aus: "Gefahrenlage korrekt eingeschätzt"

Schwalm-Eder. Den 62 Menschen, die sich durch den Giftunfall auf dem Gelände des Homberger Logistikers CTL verletzt hatten, geht es wieder gut, aber die Aufregung um diese Ereignisse hat sich noch nicht gelegt.

Die Kritik des Unternehmens, die Einsatzleitung habe völlig überreagiert, weist Vizelandrat Winfried Becker zurück. Die Feuerwehr habe exakt nach den Einsatzvorschriften gehandelt, sagte er in einem Interview mit der HNA.

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Das bestätigt auch Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Die Feuerwehr sei absolut in der Lage gewesen, den Einsatz zu beherrschen. Das freigesetzte Phenylmercaptan sei als hochgiftig deklariert. Die Leitstelle habe entsprechend der Gefahrenlage korrekt den Großeinsatz ausgelöst.

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Unter anderem sei auch der Umweltdienst der Feuerwehr im Schwalm-Eder-Kreis alarmiert worden. Dabei handele es sich um eine in Hessen einzigartige Spezialeinheit, mit 14 Experten für Einsätze mit atomaren, chemischen oder biologischen Substanzen, erklärte Bähr. Diese Fachleute seien überwiegend bei der Firma B. Braun beschäftigt.

Gegenüber der HNA unterstrich der Leiter der Bauaufsicht, Thomas Horn, dass das Unternehmen keine Baugenehmigung beantragt habe, die den Umschlag von Gefahrgütern beinhaltete. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Dabei gehe es nicht nur um die Frage der Genehmigung. Es solle auch geklärt werden, wer Kenntnis davon hatte, welche Stoffe umgeschlagen werden, erläuterte Staatsanwalt Dr. Götz Wied. Ermittelt werde, ob ein unerlaubter Umgang mit gefährlichen Stoffen vorliege und ob es zu einer Gefährdung durch die Freisetzung von Giften gekommen sei.

Nach Kenntnis des Kreisgesundheitsamtes sind alle Verletzten wieder zu Haus. Es habe keine Komplikationen gegeben, erklärte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Peter Urban . (hro)

Quelle: HNA

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