Viel Kritik im Jahresbericht

Patienten beschweren sich über Wolfhager Klinik

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Wird von Patienten kritisiert: Die Bäder in der Klinik Wolfhagen sind sanierungsbedürftig, das persönliche Gespräch mit dem Pflegepersonal fehlt.

Wolfhagen. Kritik an der Kreisklinik Wolfhagen: Im Jahresbericht von Patientenfürsprecherin Elke Oppermann wird bemängelt, dass Bäder sanierungsbedürftig seien und das persönliche Gespräch mit dem Pflegepersonal fehle.

Jedes Jahr erstattet Oppermann Bericht an den Kreistag über die Beschwerden von Wolfhager Patienten, die bei ihr eingegangen sind. In der Regel fallen die Berichte positiv aus, doch 2015 gab es vermehrt Kritik. So wurde nicht nur die Sanierungsbedürftigkeit der Bäder bemängelt, sondern auch deren Sauberkeit. Auch ein Internetzugang wird von Patienten gewünscht, außerdem mehr persönliche Gespräche mit dem Pflegepersonal.

Natürlich wachse der „wirtschaftliche Druck durch das staatlich gelenkte Preissystem im Gesundheitswesen auch in einem kleinen Krankenhaus und ist bei den Mitarbeitern spürbar“, heißt es von der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). Die Politik habe daraufhin ein Pflegeförderprogramm aufgelegt.

„Die Patienten melden uns zurück, dass sie sich in den kleinen Krankenhäusern positiv aufgenommen fühlen und den intensiven Kontakt genießen“, sagt Klinik-Geschäftsführer Bernd Tilenius. Dies mache, neben der „sehr guten medizinischen Versorgung“, die Attraktivität der Klinik am kleinen Ofenberg aus.

Die „baulichen Verbesserungen der Nasszellen“ in den Patientenzimmern sollen 2017 angegangen werden. Duschen in allen Patientenzimmern, wie es sie in Wolfhagen gebe, seien nicht in jeder Klinik Standard, so die GNH. Ein Wlan-Zugang soll im Verlauf des Jahres installiert werden.

„Vorschriftsmäßig gereinigt“

Der Klinikbetreiber betont, dass „alle Beschwerden ordnungsgemäß ausgeräumt“ werden. „Die Klinikleitung steht im regelmäßigen Kontakt mit Frau Oppermann und nimmt kontinuierlich Anregungen und Lob entgegen.“

Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) habe bei der Klinikgeschäftsführung aufgrund des Berichts nachgehakt, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Die Kreisverwaltung nehme einen solchen Bericht eines Patientenfürsprechers nicht einfach nur zur Kenntnis, sondern frage dann auch nach.

Gereinigt werde in den Bädern alles vorschriftsmäßig, sagt Kühlborn. Aufgrund der alten Ausstattung sehe dies aber nicht immer so aus. „Das liegt an der Farbgebung der 1980er-Jahre“, sagt der Sprecher.

Auch positive Aspekte

Es gibt aber auch einige positive Bemerkungen in dem Bericht von Patientenfürsprecherin Elke Oppermann. So gab es im Bereich der Hygiene keine Beanstandungen, ebenso beim ärztlichen Dienst. Insgesamt würden sich die Patienten medizinisch und pflegerisch gut betreut fühlen, hat Oppermann handschriftlich im Bericht notiert. Schwierigkeiten bei der Ausräumung von Beschwerden gebe es nicht.

Termin: Die Berichte der Patientenfürsprecher sind Thema in der Sitzung des Kreistags am Donnerstag, 30. Juni, im Haus des Gastes in Naumburg, Hattenhäuser Weg 10. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 10 Uhr.

Quelle: HNA

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