Kritik an reduzierter Straßenbeleuchtung in Homberg

Homberg. In Homberg scheint nachts teilweise nur der Mond. Zwei Stunden, von zwei bis vier Uhr, wird die Straßenbeleuchtung in der Kernstadt schon jetzt nachts ausgeschaltet und künftig könnten die Laternen sogar für vier Stunden abgestellt bleiben.

Von 1.30 bis 5.30 Uhr, so der Vorschlag der Stadtverwaltung, sollen in Homberg die Lichter ausgehen, um Geld zu sparen. Insgesamt müsste man bei zwei zusätzlichen Stunden über 5000 Euro weniger ausgeben.

Doch regt sich Kritik an diesen Plänen, denn vor allem die Sicherheit bleibe dabei auf der Strecke, sagt Dr. Rolf Hennighausen (CDU). Und das sei ein zu hoher Preis. Er könne verstehen, dass man in Homberg dringend nach Möglichkeiten suche, um Geld zu sparen, doch dürfe man die Beleuchtungszeiten nicht verkürzen. „Es wird am falschen Fleck gespart“, sagt Hennighausen im HNA-Gespräch. Er befürchtet, dass die Kriminalität auf den Straßen dadurch ansteigen könne. „Wenn die Lampen an sind, schreckt das Täter eher ab“, erklärt er. Überhaupt sei es auch eine Frage des individuellen Sicherheitsempfindens. Viele Berufspendler seien beispielsweise bereits früh in der Stadt unterwegs. Auch Diskogänger seien betroffen.

„Es ist ehrenhaft, wenn man Geld sparen will, doch darf man nicht an der Sicherheit sparen“, so Hennighausen. „Was ist denn, wenn eine Frau von einem Täter im Schutz der Dunkelheit vergewaltigt wird?“, fragt er und gibt die Antwort darauf gleich selbst, „dieses Leid wäre viel größer, als alles, was eingespart wurde.“ Die Beleuchtung der Burg oder der Stadtkirche und der Wasserspiele könne man eher abschalten, schlägt Hennighausen vor.

Millionen Euro könnten zudem gespart werden, wenn man die Dorfgemeinschaftshäuser auf den Prüfstand stelle. „Sie sollen den Orten nicht weggenommen werden, doch muss man sich neue Modelle überlegen. Die Häuser könnten in Eigenregie von Vereinen oder der Dorfgemeinschaft betrieben werden. Dadurch könnte die Stadt auch Geld sparen.“

Statistisch lasse es sich nicht messen, dass die Kriminalitätsrate in Städten ansteige, in denen das Licht länger aus ist, sagt Polizeisprecher Reinhard Giesa. Generell gebe es im Landkreis nachts keinen auffälligen Anstieg der Kriminalität. „Wir sind ja nicht in Chicago“, sagt Giesa. Man müsse die Straßenkriminalität in Homberg nicht befürchten. Doch leide in den Städten ganz sicher die gefühlte Sicherheit. „Wenn die Menschen sich unwohl fühlen, bringt das eine Einbuße der Lebensqualität mit sich.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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