Alte Schule soll im Spätsommer fertig sein – Die Bastelfrauen stifteten eine Wetterfahne

Krönung auf der Turmspitze

Glänzende Spende: Ortsvorsteherin Irmgard Schütz mit den Bastelfrauen, Architekt Peter Ochse und Burkhard Albers vom Bauamt (von links), vorn kniet Dachdecker Michael Dölle. Foto: Rose

Dittershausen. Seit einem guten Jahr wird die Alte Schule in der Dittershäuser Ortsmitte vom Sandsteinsockel bis zur Turmspitze saniert: Das mehr als 400 000 Euro teure Bauvorhaben, das nur mithilfe von Förderung realisiert werden kann, soll voraussichtlich im September abgeschlossen sein, schätzt Architekt Peter Ochse.

Gestern erlebten die Dittershäuser zumindest schon mal die Krönung der Turmspitze. Denn das Fachwerkhaus aus dem Jahr 1864 ziert ab sofort eine neue Wetterfahne. Gestiftet wurde das schmucke Stück von den Bastelfrauen Dittershausen.

Dachdecker Michael Dölle übernahm den fachmännischen Akt der Krönung. Gemeinsam mit Ortsvorsteherin Irmgard Schütz und anderen Dittershäusern erklomm der Handwerker das Gerüst. Die Bastelfrauen beobachteten das Schauspiel von unten. Gudrun George erzählte, wie die Idee entstand. Seit 1976 werde in Dittershausen regelmäßig gebastelt. Die Handarbeiten würden seitdem auf Basaren verkauft, alle Erlöse gespendet. „Das erste große Projekt war eine Orgel für die Friedhofskapelle“, erinnerte sich George. Spenden erreichten auch die Initiative „Kinder für Tschernobyl“. Dabei ist der Kreis der Basteldamen übersichtlich: Zur Gruppe gehören Gudrun George, Gisela Haß, Margret Martin, Gisela Otto, Martha Preskar, Herma Rau, Irmgard Schütz und Marlis Wagner. Beim Ortstermin informierte Peter Ochse über den Stand der Sanierung: Im Gange seien derzeit die Innenverkleidungsarbeiten, bereits abgeschlossen die Brandschutzvorkehrungen. Gerade eingebaut würden die Heizung sowie die Sanitäranlagen. Fertig ist die Außenfassade, die an der Front mit gespaltenen Eichenholz-Schindeln versehen wurde. „Diese Schindeln sind stärker und nehmen wesentlich weniger Wasser auf als herkömmliche“, erläuterte der Architekt. Finanziert habe sie der Förderverein. Weiterhin hätten die Mitglieder in Eigenleistung auch die beiden Kellerräume gepflastert.

Winter verzögerte Sanierung

In den nächsten Tagen könne nun ein örtlicher Handwerker mit den Maler- und Putzarbeiten beginnen. In Absprache mit der Denkmalpflege müsse noch über das Außengeländer entschieden werden.

Ursprünglich sollte die Alte Schule schon im Frühjahr fertig sein. „Aber der harte Winter und die schlechte Substanz haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte Ochse. Die Dittershäuser hoffen jetzt, dass sie die Einweihung noch im Spätsommer mit einem Fest im Freien feiern können. (zsr)

Quelle: HNA

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