Langer Winter verhinderte bislang das Ablaichen

Kröten auf Wanderschaft: Gefahr durch Autofahrer

Nach einem langen Winter startet die Krötenwanderung: Die Amphibien kommen schnell unter die Räder, wenn sie auf dem Weg zu den Laichplätzen Straßen überqueren müssen. Foto: Archiv/Müller

Wolfhager Land. Die alljährliche Reiselust der Kröten wurde durch das winterliche Wetter bislang stark gebremst. Doch nun ist besonders für Autofahrer wieder Obacht geboten.

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings setzt auch die Krötenwanderung ein. Dabei nehmen die Amphibien Wegstrecken von bis zu vier Kilometern auf sich, um zur Laichablage in das Gewässer zurückzukehren, in dem sie auch geboren wurden.

Im Regelfall beginnen Kröte, Frosch, Molch und Co. schon Ende März mit ihrer Reise. „Durch den anhaltenden Winter und die frostigen Temperaturen hat sich die Wanderung um mindestens zwei Wochen verzögert“, schätzt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Die Kröten richteten sich auf ihrer Reise vor allem nach den Nachttemperaturen.

Daher sei die bisherige Reiseunlust der Tiere laut Dr. Ingo Aselmann von der Unteren Naturschutzbehörde in Wolfhagen leicht nachzuvollziehen: „In der Nacht sollten Temperaturen zwischen vier und zehn Grad über Null herrschen, sonst bleiben die Kröten inaktiv.“ Wenn es in den Nächten auch noch regne, herrschten ideale Wanderbedingungen und bis zu hundert Tiere machten sich gleichzeitig auf den Weg zu den Laichgewässern. Aufgrund der Wettervorhersagen rechne er damit, dass der Zug in den nächsten Tagen beginne.

Auswirkungen auf das Laichverhalten der Kröten seien durch die Verzögerung aber nicht zu befürchten, sagt Aselmann: „Winterbedingungen bis in den April hinein sind zwar ungewöhnlich, aber nichts völlig Neues. Die Amphibien können sich gut darauf einstellen.“

Auf ihrem Marsch ist das Überqueren von Straßen weitaus gefährlicher für die Tiere. Schon der Luftdruck, der unter einem Fahrzeug erzeugt wird, reicht dabei aus, um den Kröten tödliche Verletzungen beizubringen.

Sperrungen und Zäune

Die Obere Naturschutzbehörde in Kassel koordiniert daher Straßensperrungen und den Einsatz mobiler Zäune an den Hauptwanderwegen. „Im Wolfhager Land gibt es eine Kombination aus stationären Anlagen und Folienkonstruktionen“, sagt Rainer Büchner von der Oberen Naturschutzbehörde. Langfristig werde man versuchen, Sommer- und Winterlebensräume mit Hilfe von so genannten Ersatzlaichgewässern auf die selbe Straßenseite zu legen.

Auch ehrenamtliche Helfer leisteten einen großen Beitrag zum Krötenschutz. So ist der Naturschutzbund (Nabu) Oberelsungen in Escheberg sehr aktiv. „Wir betreuen eine fest installierte Krötenschutzanlage“, sagt Otto Reinhard, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe. Die Kröten wanderten hier an Holzzäunen entlang und würden durch Unterführungen unter der Straße hindurchgeleitet.

Quelle: HNA

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