Vorsicht Autofahrer: Helfer retten die Tiere

Täglich eimerweise Kröten

Querungshelfer: von links Irmtraut Mänz und Astrid Stüwe sind unterwegs, um Kröten über die Straße zu tragen. Fotos: Grenzebach

Schwarzenberg/Röhrenfurth. Die Naturschützer zwischen Schwarzenberg und Röhrenfurth haben alle Hände voll zu tun. Denn dort sind die Kröten los. Die Tiere ziehen derzeit zu ihren Laichgewässern zurück.

Besonders am Ortseingang von Schwarzenberg und innerorts sind am Straßenrand 30 Zentimeter hohe, grüne Zäune aufgestellt. Damit soll verhindert werden, dass die Kröten auf die Kreisstraße gelangen und von Autos zerquetscht werden. Ebenso finden sich Schutzzäune und Krötentunnel in Richtung Röhrenfurth.

Seit einigen Tagen sind Irmtraut Mänz aus Melsungen und Astrid Stüwe aus Kirchhof damit beschäftigt, die Kröten einzusammeln und über die Straße ins Laichgebiet zu bringen. Sie sind zwei von zehn Helfern, die sich der Krötenwanderung angenommen haben. Organisiert wird die Aktion vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und dem Nabu (Naturschutzbund).

„Seit ein paar Tagen sammeln wir jeden Tag die Kröten ein. In diesem Jahr ist die Krötenwanderung spät, weil der Boden gefroren war,“ berichtet Mänz. Den Krötenzaun haben die Naturschutzfreunde Mitte Februar an der Straßenseite vom Ortseingang bis Ortsausgang von Schwarzenberg aufgebaut. Jeden Tag laufen sie den Schutzzaun entlang und schauen, ob in den aufgestellten Eimern Kröten sind. „Von Tag zu Tag sammeln wir mehr Kröten ein. Wir hatten über 94 Kröten und insgesamt haben wir über 280 Kröten eingesammelt,“ erzählt die Melsungerin. Mänz dokumentiert die Krötenfunde, um zu sehen, wo noch Schutzzäune aufgebaut werden müssen. „Im vergangenen Jahr sind viele Kröten erfroren, weil der Winter zu lang war. Da haben wir etwa 700 Kröten gefunden. Aber 2011 waren es über 1500 Tiere.“

Viele Kröten werden überfahren. Mänz appelliert an die Autofahrer, sich an das Durchfahrtsverbot von 20 bis 6 Uhr zwischen Schwarzenberg bis Röhrenfurth zu halten. Auch die Polizei will kontrollieren.

Sammeln am Morgen

Früh morgens, wenn die Sonne noch nicht scheint. werden die Kröten eingesammelt. Dann ist es für die Kröten, die es feucht lieben, zu warm. Mänz weist darauf hin, dass die Amphibien in der Dämmerung laufen.

Man habe auch schon versucht, die Tiere an ein anderes Gebiet umzusetzen, aber die Kröten kamen immer wieder zurück. Die Wanderung geht noch bis Mai.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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