Vera Giraud und Manfred Sinning bauen Gensunger Gründerzeitvilla zum Café um

Kuchen im Prachtbau

Reich verziert: Dieser Kamin stammt noch aus der Gründerzeit. Das Schmuckstück bewunderten von links Peer Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege, Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz und Umweltberater Heinrich Kern.

Gensungen. Elf Zimmer, 300 Quadratmeter Wohnfläche, Stuck an den Decken, reich verzierte Flügeltüren – ein wahrer Prachtbau steht mitten in Gensungen.

Die Gründerzeitvilla, im Jahr 1900 erbaut, soll zu einem Treffpunkt für die Anwohner werden: Schon im Herbst wollen Manfred Sinning und Vera Giraud im Erdgeschoss ein Café eröffnen.

„Das war schon immer mein Traum“, sagt Vera Giraud. Ihr Mann Manfred Sinning ist Bäcker und will in einer Backstube im Keller selbst Kuchen für das Café backen.

Giraud und Sinning, die seit vier Jahren in Gensungen leben, haben das Haus 2011 gekauft. Seitdem renovieren sie das Gebäude – und das war auch bitter nötig: „Kurz nach dem Kauf haben wir gemerkt, dass wir den Hausschwamm drin hatten“, berichtet Vera Giraud. Der holzzerstörende Pilz hatte das komplette erste Stockwerk und das Dach befallen. Ziegel und tragende Balken mussten ausgetauscht werden. „Das hat schon Nerven gekostet“, sagt Vera Giraud.

Zuschuss von der Stadt

Darüber hinaus müssen die Wände neu verputzt und gestrichen, Elektrik und Heizung erneuert werden. Um fast alles kümmert sich das Ehepaar selbst: „Professionelle Handwerker könnten wir nicht bezahlen“, erklärt Manfred Sinning. Zum Glück helfen Freunde mit, und Sinning hat 15 Jahre lang auf Montage gearbeitet, er kennt sich aus.

Die obere Etage ist bereits fertig, dort wohnen Manfred Sinning, Vera Giraud und ihre Tochter seit November 2011. Das Erdgeschoss gleicht hingegen noch einer Baustelle: Werkzeug und Leitern stehen herum, Kabel hängen aus den unverputzten Wänden. Doch unter dem Baustellenstaub verbirgt sich ein Schmuckstück: „Ich habe schon einiges gesehen, aber dass noch so viele Elemente aus der Gründerzeit erhalten sind, ist selten“, sagt Peer Zietz vom Landesamt für Denkmalpflege, das die Arbeiten mit einem Zuschuss von 3000 Euro fördert.

Auch von der Stadt Felsberg gab es 5000 Euro dazu (siehe Hintergrund). Davon haben Manfred Sinning und Vera Giraud zwei neue Fenster bezahlt.

Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz ist begeistert von dem Projekt. „Die Gensunger wünschen sich schon lange ein Café im Ort“, sagt er.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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