Nach Schließung der Firma

Kühlborn Fahrzeuge Guxhagen: Andere Betriebe bieten Mitarbeitern Stellen an

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Kühlborn Fahrzeuge in Guxhagen: Der Familienbetrieb verkaufte Autos der Marken Mitsubishi und Hyundai. Am vergangenen Freitag wurde der Betrieb eingestellt.

Guxhagen. Die Verkaufshalle von Kühlborn Fahrzeuge in Guxhagen steht zwar noch voller Neuwagen. Doch der Betrieb ist geschlossen. Für die 18 Mitarbeiter gibt es jetzt aber einen Lichtblick.

Bereits am Freitag teilte der Familienbetrieb mit, dass das Geschäft noch am selben Tag schließt – nach fast 53 Jahren.

Am Donnerstagabend habe sich herauskristallisiert, dass der Betrieb nicht mehr fortgeführt werden kann, sagt Geschäftsführerin Christine Kühlborn (52). „Wir haben bis zum Schluss verhandelt, ob uns die Autohersteller nicht von bestimmten Zwängen befreien können.“ Freitag wurden die 18 Mitarbeiter über die Betriebsschließung informiert.

Immer strengere Sicherheitsbestimmungen und Vorschriften für Kfz-Betriebe und vor allen Dingen Zwänge und Vorgaben der Autohersteller hätten dem Unternehmen schwer zu schaffen gemacht. „Sie legen für ihre Vertragspartner gewisse Standards fest“, sagt Christine Kühlborn. Die Autohersteller bestimmten unter anderem die Möblierung des Verkaufsraumes und die Ausstattung der Werkstatt. Sogar der Bodenbelag und die Wandfarbe müssten den Vorgaben entsprechen. „Und da stehen wir mit unserer Betriebsgröße in einer Crux“, sagt die Geschäftsführerin.

Christine Kühlborn

Denn Räume des Unternehmens seien noch auf den Verkauf und die Reparatur von Lastwagen ausgerichtet und auf eine Mitarbeiterzahl von etwa 30. Als die Lkw-Firma Scania – Kühlborn verkaufte und reparierte Fahrzeuge dieser Marke – 2012 eine eigene Niederlassung in Kassel eröffnete, seien die Hälfte der Aufträge weggebrochen, die Mitarbeiterzahl wurde verringert, die Räume blieben jedoch gleich groß. „Deshalb ist es für uns enorm teuer, die Vorgaben einzuhalten.“

In diesem Jahr hätte die gesamte Inneneinrichtung bei Kühlborn gemäß den aktualisierten Herstellervorgaben erneuert werden müssen. Dabei sei 2010 erst alles komplett saniert worden. „Dieses Konstrukt funktioniert vielleicht bei Kollegen, die zwei- oder dreimal mehr Autos verkaufen als wir. Die haben dann eine andere wirtschaftliche Basis, um diese Kosten zu tragen.“ Als sich am Donnerstag entschieden habe, dass die Autohersteller auf die Einhaltung der Vorgaben bestehen, haben Christine Kühlborn und ihre Mutter Gisela Kühlborn, die Inhaberin des Geschäfts, kurzfristig die Reißleine gezogen. Kühlborn Fahrzeuge musste schließen, um Schlimmeres zu verhindern. „Jetzt waren wir noch in der Lage, alle Auflagen und Verpflichtungen zu erfüllen. Wir wollten nicht, dass sich die Situation umkehrt.“

Neue Chance für Mitarbeiter von Kühlborn Fahrzeuge

Für die 18 Mitarbeiter, die teils über 40 Jahre im Unternehmen gearbeitet haben, gebe es bereits einen Lichtblick. Am Wochenende meldeten sich bereits neun Betriebe bei Kühlborn und boten Stellen an. „Wenn alles passt, würde ein Betrieb sogar vier unserer Mitarbeiter übernehmen“, sagt Christine Kühlborn. Für die vier Auszubildenden sucht der Familienbetrieb nun neue Firmen, bei denen die Nachwuchskräfte ihre Ausbildung beenden können. 

Quelle: HNA

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