Künftiger Vorstand der Sparkasse Borken will Kurs der Vorgänger halten

Borken. Generationenwechsel bei der Stadtsparkasse Borken: Christoph Ernst wird im August 2012 neuer Vorstandschef. Auch der Stellvertreterposten wird neu besetzt.

Borken. Der neue Vorstandschef der Borkener Stadtsparkasse kann, wenn es drauf ankommt, richtig auf die Pauke hauen. Christoph Ernst hat in seiner Heimat im Spielmannszug gespielt, von der Flöte bis zur großen Trommel. Ab 1. August kommenden Jahres wird er bei der Sparkasse den Ton angeben.

Auch der Stellvertreterposten wird neu besetzt, erstmals mit einer Frau: Nicole Reichard wird ab März die Aufgabe übernehmen. Für die Stadtsparkasse endet damit eine Ära, denn das aktuelle Vorstandsteam, Reinhold Albers und Günther Kluwe, hat ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke der Bank geleitet.

Jurist und Banker

Der zukünftige Chef stammt aus Höxter, hat Jura studiert und dann eine Bankausbildung drauf gesattelt. Unter anderem war er Verbandsprüfer und in dieser Aufgabe auch schon bei der Borkener Bank im Einsatz.

Der 42-Jährige hat selbst Fußball gespielt und ist Mitglied des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. In seiner Heimat, so erzählt er, hat er sich vielfältig engagiert. „Ich bin dort mit Ausnahme des Müttervereins in jedem Verein.“

Nicole Reichard ist in Spangenberg aufgewachsen. Sie ist Diplom-Sparkassenbetriebswirtin und hat einen Masterabschluss in Business Administration (zu deutsch etwa „Unternehmensverwaltung“). „Ich habe die Chance gerne ergriffen, zurück nach Nordhessen zu kommen“, sagt die 37-Jährige. Sie spielt Tennis und liest gerne, vor allem Krimis und Bücher über die Persönlichkeitsentwicklung.

Die neue Spitze will im Kern die Richtung der alten Spitze beibehalten. Die Stadtsparkasse pflege eine konservative Politik, sagt Borkens Bürgermeister Bernd Heßler, der Chef des Verwaltungsrates der Bank ist. Lehman Brothers, Anleihen von ausländischen Staaten, all das sei für die Sparkasse kein Thema gewesen und soll es auch nicht werden. „Es gibt keine risikolosen Bankgeschäfte“, sagt Christoph Ernst, aber das Risiko lasse sich begrenzen.

Für die Stadtsparkasse bedeute das, weiterhin eine Bank für die Menschen in der Region zu sein. Vor allem Privatkunden bestimmen das Geschäft. Sie machen bei den Krediten einen Anteil von mehr als 70 Prozent aus. Die Sparkasse habe nie Kredite an andere verkauft, betont Reinhold Albers.

Sie wurden belächelt

Früher, so erzählen die scheidenden Vorstände, wurden sie von Managern der großen Banken schon mal belächelt, weil sie nicht mitmischen im ganz großen Geschäft. Inzwischen hat ihnen die Krise Recht gegeben, durch die die Sparkasse gut gekommen sei.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare