Wolfhager Kulturzelt: Rüdiger Hoffmann ließ das Publikum über Banalitäten lachen

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Nichts am Hut mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll: Rüdiger Hoffmann. Der Kabarettist eröffnete am Mittwochabend das Wolfhager Kulturzelt.

Wolfhagen. Ein Rüdiger Hoffmann auf Koks? Völlig aufgedreht und seine Gags im Drogen-Turbo vortragend? Unvorstellbar, auch für den Meister der Langsamkeit selbst. „Dann wäre mein Programm ja nach 15 Minuten durch“, scherzt er im fast ausverkauften Kulturzelt.

Nicht auszudenken, hätte das obligatorische „Ja, Hallooo erstmal“, mit den gefühlten fünf Minuten Pause zwischen den Worten, gefehlt. Nein, das geht nun wirklich nicht. Er mache ja schließlich auch keine Volksmusik. Gott sei dank! Hoffmanns Kollegen aus der Jodelecke müssen dennoch herhalten, um Klischees rund um die Showbranche durch die Mühlen der komödiantischen Kunst zu ziehen.

„Michael Wendler züchtet seine Brusthaare doch nur, um sie in den Pausen rauchen zu können“, ätzt Hoffmann, der selbst von sich behauptet, mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll nichts am Hut zu haben. Wie denn auch, ist er doch schließlich erzkonservativer Katholik, aus Paderborn noch dazu, aber das versteht sich ja von selbst.

Trip mit Birte und Olaf

Da fährt er lieber in den Urlaub, ganz entspannt. Der Pärchentrip mit Birte und Olaf jedoch sei völlig misslungen gewesen. Dänemark, das Land, das ausschließlich aus Wiese und Strand besteht - „so sch...-langweilig, wie einem Eimer Farbe beim Trocknen zuzusehen.“

Die Geschichten um die guten alten Freunde aber sind alles andere als das, wofür auch deren an Blähungen leidender Hund Attila oder Sohnemann Niklas, der „Hauptschulabbrecher in spe“, sorgen. Dem Paderborner hingegen gingen sie „einfach nur auf den Sack“, darum plant er fürs nächste Jahr eine Reise nach Somalia, denn „die Piraten dort können auch nicht schlimmer sein als Olaf und Birte“.

Ob Wellness-Wochenende im Sauerland, Hemdenkauf in der City oder der von der Freundin aufgedrückte Spieleabend mit den Lieben – Hoffmann erzählt alltägliche Banalitäten auf eine Art, die nur er beherrscht. So plump der ein oder andere Gag auch sein mag, im Slow-Motion-Modus vorgetragen einfach nur zum Brüllen.

Vielleicht ist es auch gerade die Tatsache, dass Hoffmann auf jeglichen Pseudo-Anspruch pfeift, die lauten Töne seinen jungen Hau-Drauf-Kollegen überlässt und sich selbst einfach nur der kunstvollen Banalität widmet.

Über zwei Stunden jedenfalls gelingt es ihm, mit Geschichten aus dem Alltag und Wahrheiten über das Allzumenschliche zu punkten. Damit sorgt er für einen gelungenen Start in die Kulturzeltsaison 2012 – und das, ganz ohne Drogen.

Quelle: HNA

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