Willingshäuser Stipendiatin Verena Waldmüller zeigt in der Kunsthalle Installationen

Künstlerin am Apparat

Begegnungen mit dem Alltäglichen: Stipendiatin Verena Waldmüller ist dazu in Willingshausen auf Spuren- und Materialsuche gegangen. Foto: Rose

Willingshausen. Es sind Begegnungen mit dem Alltäglichen, die Verena Waldmüller ab Freitag in der Willingshäuser Kunsthalle anbietet: Die 31-Jährige hat drei Monate lang als Stipendiatin im Malerdorf gelebt und gearbeitet.

In den kommenden Wochen ist das Ergebnis nun in einer Ausstellung zu sehen. Ihre Installationen erzählen von einer technisierten Welt, von Funktionen, aber auch Irritationen. Denn nichts ist so, wie es zunächst scheint: Für den Betrachter mag es schlüssig sein, dass Waldmüllers Apparate – diesen Titel trägt auch die Ausstellung – jederzeit funktionieren könnten. Man meint, beim Betrachten förmlich die Geräusche wahrzunehmen. Jedoch verrichtet die Maschine allein in der Vorstellung des Betrachters ihre Arbeit – zu welchem Zweck sie eingerichtet wurden, geben sie nicht preis.

Material aus Haushalten

Ursprünglich hatte sich Verena Waldmüller in Willingshausen auf Spurensuche nach Landmaschinen gemacht. „Aber ich habe in Haushalten viel Material gefunden“, erzählt die Künstlerin, deren Metier Skulpturen sind. Ausgediente Alltagsgegenstände montiert Waldmüller zu kuriosen Maschinen zusammen: sie schraubt, klebt, fügt zusammen, sucht nach kompatiblen Formen. „Wichtiger ist mir der Entstehungsprozess. Ich lasse mich von den Gegenständen leiten. Auch die ursprüngliche Funktion ist dabei unwichtig“, erläutert Waldmüller.

In Willingshausen sei sie mit weit offenen Armen empfangen worden. Viele Gespräche über die Malerkolonie aber auch über dörfliche Traditionen hätten sie inspiriert.

„Eine Arbeit nimmt Bezug auf die Kirmes.“ Ein anderer Apparat nehme auf die Schwälmer Spezialitäten – auf Bier und Wurst – Bezug. Die Ahle Wurscht habe sie sich selbst gekauft: „War lecker.“ Noch nie hat Verena Waldmüller so ländlich gelebt. „Es gab auch Momente, da hat die städtische Anonymität ihren Reiz“, sagt sie. Aber sie habe sich sehr, sehr wohl gefühlt.

Wohin sie ihre künstlerischen Wege lenken, weiß Waldmüller noch nicht genau: Es besteht die Möglichkeit eines Engagements im Puppen- und Szenenbau. „Das hab ich mal gelernt.“

Aber die Kunst – „von der kaum jemand leben kann“ – zu lassen, das kann sich die 31-Jährige nicht vorstellen: „Ich kann nicht still stehen.“ Sie spüre eine große Leidenschaft in dem was sie tue. Jetzt, wo sich die Zeit in Willingshausen dem Ende neigt, empfinde sie ein wenig Wehmut: „Ich würde gern noch länger bleiben“, sagt sie. „Aber ich werde sicher wiederkommen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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