Fliegende Eier und klebrige Schikanen: Hexentanz zur Krönung der Salatkirmes

Küsse sogar im Güllefass

Schlechtes Wetter, allerhand Dreck, Fässer voll Gülle, Sirup im Gesicht: Nichts konnte den Kirmesburschen und ihren Frauen beim traditionellen Hexentanz die gute Laune verderben. Fotos: Hoffmann

Oberelsungen. Dicke, graue Wolken prägten das Bild am Sonntag im Wolfhager Land und sorgten vielerorts für getrübte Stimmung. Nur in Oberlesungen nicht. Da beherrschten bunte Farben und fröhliche Menschen die Szenerie.

Der Zierenberger Stadtteil hatte sich fein rausgeputzt zur Salatkirmes, die schon seit Freitagabend das Feiervolk auf den Beinen hielt. Discoabend, Ausgraben der Kirmes, Tanz mit den Schwalmrebellen - die Kirmesburschen haben wieder einmal bewiesen, dass sie in Sachen Party einiges verstehen. Nur am Wetter konnten sie nichts drehen, was der guten Laune aber nichts anhaben konnte, selbst, als sie kurzerhand den Umzug am Sonntagmittag absagen mussten.

Vielleicht sollte es so sein, schließlich waren am späten Nachmittag alle Kräfte gefragt, beim traditionellen Hexentanz, dem Höhepunkt eines jeden Kirmesjahres. Fünf Hexen tanzten auf ihren Besen durchs Dorf, scheuchten die kleinen Festbesucher über die Straßen, während an anderer Stelle Eier durch die Luft flogen.

Die waren nicht das einzige, worüber sich die Kirmesburschen samt ihren Frauen freuen durften. Die nämlich mussten an nicht enden wollenden Stationen im ganzen Ort Hindernisse überwinden, wohl wissend der Strapazen, die auf sie zukommen sollten. Olympiade 2011, Oberelsunger TÜV - so unverfänglich die Namen der Stationen auch klingen mochten, sie hatten es in sich.

Da war es noch harmlos, wenn gestandene Männer auf winzigen Bobbycars einen heiklen Parcours überwinden mussten, zur Freude der schadenfrohen Zuschauermenge dann und wann mal aus der Kurve kippten, um im Ziel mit lecker-klebrigem Zuckerrübensirup überschüttet zu werden.

Da schmeckte der dicke Kuss der Teampartnerin doch gleich doppelt so gut und der Kronkorken pappte auch besser an der Stirn. Je klebriger und dreckiger, desto besser, so das offensichtliche Motto der Stationsmacher. Selbst vor einem Fass voller Gülle machten die nicht Halt, in dem ein weiterer Schmatzer der Teamkollegen zweifelsohne in die Kategorie der unvergesslichsten Küsse aller Zeiten eingehen sollte.

Männer im Putzdienst

Der vor Flüssigmist triefenden Strümpfe kurzerhand entledigt, war „Das bisschen Haushalt“ fast schon eine willkommene Abwechslung, bei dem die Herren der Schöpfung Teppich und Toilette schrubbten, während die holde Weiblichkeit auf dem Sofa entspannte und den obligatorischen Kurzen zur Belohnung bereit hielt.

Die grauen Wolken störten schließlich niemanden mehr, Regen hätte auch nicht geschadet, denn klatschnass waren die Burschen und Mädels am Ende ohnehin.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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