Seit Dienstag regenete es 140 Liter pro Quadratmeter

Talsperre verhinderte noch verheerendere Flut in der Schwalm

Peter Kugler (Wasserverband Schwalm)

Schwalmstadt/Willingshausen. Nicht wegen sondern trotz des Rückhaltebeckens Antrifttalsperre kam es am Donnerstag zu den Überschwemmungen in Merzhausen. Das erklärte Peter Kugler (Wasserverband Schwalm) am Samstag. Er widersprach damit einer Angabe im Artikel über die Überschwemmungen in Merzhausen vom Samstag.

Dort hieß es, dass laut Feuerwehr der Bach Antrift - im Unterlauf heißt er Antreff - die Straßen überflutet habe, weil das oberste der drei Regenrückhaltebecken abgelassen worden sei.

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Dazu Betriebsleiter Kugler: „Die Aufgabe eines Hochwasserrückhaltebeckens ist es, eine Hochwasserwelle zurückzuhalten, und genau dies ist bei dem jüngst abgelaufenen Hochwasser geschehen. Die durch die Gewitter im Oberlauf der Antrift entstandene Hochwasserwelle wurde in der Antrifttalsperre voll aufgefangen. Dabei wurden 800.000 Kubikmeter Wasser aufgefangen,wie man derzeit an der Antrifttalsperre sehen kann. Die Talsperre ist derzeit zu 70 Prozent gefüllt und hat dafür gesorgt, dass die Schäden in Merzhausen nicht noch viel verheerender waren. Ohne Talsperre wäre das Hochwasser der Antreff dort etwa doppelt so hoch gewesen.

Das Rückhaltebecken hat also nicht das Hochwasser produziert, sondern vielmehr Schlimmeres verhindert!“

Im Bereich Merzhausen hatte es allein am Donnerstag 40 Liter auf den Quadratmeter geregnet. Im Raum Schwalm kamen zwischen Dienstag und Freitag bis zu 140 Liter pro Quadratmeter Regen vom Himmel. Das ergaben die die Messungen des Wasserverbandes an fünf Punkten zwischen der Schwalmquelle (Meiches, Vogelsbergkreis) und Gilserberg-Schönstein.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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