Schwälmer Heimatbund übergibt Exponate an das Archiv des Deutschen Filminstituts

Kultur im bewegten Bild

Material soll sicher aufbewahrt werden: Museumsleiter Konrad Nachtwey, Michael Schurig vom Filmarchiv, der Vorsitzende des Schwälmer Heimatbundes Wolfgang Rupp und Johannes Prinz (von links) bei der Übergabe. Foto: Rose

Ziegenhain. Viele Jahre fristeten sie ein unrühmliches Dasein auf dem Speicher – historische Filme aus der Schwalm. Jetzt wurde der Schatz, der überwiegend aus Unikaten besteht, gehoben. Die Rede ist von 49 Filmen in den Formaten acht und 16 Millimeter. Am Donnerstag hat sie der Vorsitzende des Schwälmer Heimatbunds Wolfgang Rupp an den Leiter des Filmarchivs des Deutschen Filminstituts Michael Schurig übergeben.

„Wir wollen in erster Linie Platz schaffen, aber auch sicher sein, dass Schwälmer Kultur erhalten bleibt“, erklärt Rupp.

Zusammen mit Johannes Prinz und Museumsleiter Konrad Nachtwey hatte er den Bestand gesichtet. Unlängst waren drei Filme aus dem Fundus auf einer DVD erschienen. 400 Stück hatte das Museum seinerzeit davon pressen lassen und verkauft.

Ein Teil der Filme stammt von Johannes Prinz. Der hatte das Material von der Witwe des verstorbenen Fabrikanten Seibel erhalten. „In den 1970er-Jahren hatte der Fabrikant den Dreh vieler Filme finanziell unterstützt“, sagt Prinz. Seibel habe etwas für die Schwälmer Volkskunst und die Tradition übrig gehabt. „In den Lehr- und Kulturfilmen werden Traditionen und Techniken erstmals in Bewegtbildern gezeigt“, verdeutlicht der Kunstkenner.

„Es ist davon auszugehen, dass alle Filme Unikate sind“, erläutert Michael Schurig. Im Filmarchiv sollen die Werke nun professionell aufbewahrt werden. „Bei guter Lagerung sollten sie noch 100 bis 200 Jahre halten“, sagt der Experte.

Die Filme seien in der Schwalm teilweise sogar mit professionellen Schauspielern gedreht worden, erzählt Prinz. Er selbst habe vor langer Zeit einen der Filme bei einem Geburtstag vorgeführt: „Da haben Kinder ihren Vater, der im Krieg gefallen war und den sie nur von Fotos kannten, zum ersten Mal bewegt gesehen.“ Für Statisten habe man sich in der Bevölkerung bedient.

Bereichert würde der Fundus aber auch durch Amateurfilme. Einige stammten sogar aus der Beruflichen Schule. Dabei handele es sich um Lehrfilme, in denen etwa das Zerlegen eines Kalbes oder die Technik einer Melkmaschine vermittelt würde. Fabrikant Seibel habe sich der Tradition verschrieben: Er ließ Filme über die Kartoffellese, das Radbinden und Mützenmachen, das Schlachten und Brotbacken drehen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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