Historische Fahne des Kriegervereins Holzburg wird künftig im Schwälmer Dorfmuseum zu sehen sein

Ein Kulturgut lag im Schrank

Von 1905: Der Vorsitzende Klaus Hahn mit der Fahne des Kriegervereins. Foto:  Rose

Holzburg. 1905 wurde dem Kriegerverein Holzburg eine Fahne übergeben. Fast 110 Jahre ist sie heute alt. Der Stoff kündet von zwei Weltkriegen, ist ein wenig verschlissen. Die aufwendige und feine Stickerei ist jedoch nach wie vor sehr gut erhalten. Ab dem 3. August wird die Fahne im Schwälmer Dorfmuseum Holzburg zu sehen sein.

Dort soll sie aufbewahrt und ausgestellt werden. Gefunden wurde die Fahne in einem Haus in Holzburg, wo sie vermutlich jahrzehntelang ihr Dasein in einem Schrank fristete. „Ältere Holzburger wissen zumindest von der Existenz der Fahne“, erklärt der Vorsitzende des Vereins Dorfmuseum Klaus Hahn. Nachforschungen hätten ergeben, dass die Fahne 1905 dem Kriegerverein übergeben wurde. Ein erster Antrag sei jedoch vom damaligen Landrat abgelehnt worden.

Über 50 Mitglieder

Der Verein hatte nicht genügend Mitglieder. Nach und nach schlossen sich dem Verein jedoch immer mehr Bauern an, so dass die Mitgliedergrenze von 50 überschritten wurde. „Damit erwarb man sich das Anrecht auf eine Fahne“, sagt Hahn. Dem Verein sei es nie um Kriegsverherrlichung gegangen. Die Mitglieder widmen sich vielmehr der Kriegsgräberfürsorge, der Fürsorge von Kriegshinterbliebenen und -opfern, der Errichtung und Pflege von Kriegerdenkmälern und Gedenkstätten. „Der Verein setzt sich für die Versöhnung der Völker und die Bewahrung des Friedens ein“, erklärt der Vorsitzende.

Krieg nicht verherrlichen

Auch der Verein Dorfmuseum wolle mit diesem Relikt den Krieg nicht verherrlichen. „Die Fahne ist ein Kulturgut für Holzburg. Sie gehört zur Geschichte. Und der darf man sich nicht verschließen.“ Sie werde einen dauerhaften Platz in der Museumsanlage bekommen.

Die Vorderseite ziert in der Mitte den Reichsadler mit Reichsapfel und Zepter. Auf der Rückseite ist das Datum vermerkt. In der Fahnenmitte ist die Göttin Athene zu erkennen – das vermuten Hahn und Museumsleiter Dr. Anton Merk.

Athene steht in der griechischen Mythologie für den unermüdlichen Schutz von Heim und Staat vor Feinden. Der Reichsadler markiert das Ende der Fahnenstange.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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