Kulturhaus Willingshausen: Warten auf das Okay vom Bund

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Mit einem Sperrvermerk versehen: Ob das Gerhardt-von-Reutern-Haus zu einem Kulturhaus umgebaut werden kann, hängt davon ab, ob es einen Zuschuss vom Bund gibt.

Der Umbau des Gerhard-von-Reutern-Hauses in ein Kulturhaus wurde, genauso wie die Wasserversorgung Leimbach, vom Gemeindeparlament mit einem Sperrvermerk versehen. Die Gemeindevertreter wollen über die 300.000 Euro Eigenleistung – möglich wäre ein Zuschuss aus einem Programm des Bundes in Höhe von 1,2 Mio. Euro – erst entscheiden, wenn der Bewilligungsbescheid da ist. Wann über das Projekt entschieden wird, sei nicht abzusehen, sagte der Bürgermeister.

Grünes Licht gab es in der Sitzung aus allen Fraktionen des Willingshäuser Gemeindeparlaments für den neuen Haushaltsplan: Voraus ging der Abstimmung eine rege, allerdings nicht immer sachliche Diskussion.

Stefan Völker (CDU) bewertete den Überschuss von 345.000 Euro im Ergebnishaushalt als zufriedenstellend und lobte den ausgeglichenen Finanzhaushalt. „Wenn wir einige Investitionen schieben, kann es die Gemeinde schaffen, den Kassenkredit auf Null zu fahren.“ Dadurch könne man dann auch wieder Investitionsprogramme in Anspruch nehmen.

Erwin Hochfeld (SPD) kritisierte den hohen Schuldenstand der Gemeinde: „Mit 3300 Euro Schulden pro Einwohner liegen wir bei vergleichbar großen Kommunen in Hessen an zweithöchster Stelle.“ Die Planung zur Erneuerung des Schönungsteiches der Kläranlage Wasenberg bezeichnete er ob der Kosten von 170 000 Euro als „eine Unverschämtheit“. Und ob die Feuerwehr Ausgeh-Uniformen für 5000 Euro brauche, wage er zu bezweifeln.

Zweifelhaft stufte dann auch Ulrich Riebeling (BGL/FWG) die Rede Hochfelds ein: „Es geht immer um Kompromisse. Aber im Nachhinein nochmal den Finger in die Wunden zu legen, obwohl es vorher einen Konsens gab und diese permanenten Schuldzuweisungen halte ich für nicht konstruktiv im Sinne der Bürger.“

Bürgermeister Heinrich Vesper erklärte, dass der Schönungsteich seinerzeit im Zuge des Neubaus der hochmodernen Kläranlage quasi „ein Experiment“ darstellte. „Jetzt ist klar, dass das Ganze nicht sinnvoll war und der Teich Probleme macht.“

Zur Verschuldung kommentierte Vesper: „Der Erfüllungsstand ist doch entscheidend.“ Letztlich folgten die Gemeindevertreter der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses und stimmten den gemeinsam eingebrachten Änderungsvorschlägen zu. Demnach wird der Straßenausbau „Im Steinfeld“ in Höhe von 100 000 Euro verschoben, ebenso die Investition in den Schönungsteich – beides in das Jahr 2020. Das gilt auch für die Erneuerung eines Wirtschaftsweges in Merzhausen, die mit 140 000 Euro zu Buche schlagen würde.

Quelle: HNA

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