Kulturstall Deute spielte Goldoni gewitzt und überspitzt

Viel Beifall für die Inszenierung von „Diener zweier Herren“

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Ein gewitzter Diener: Truffaldino (links, Lukas Michael) will bei zwei Herren arbeiten und Lohn erhalten, bekommt dafür zwar Prügel von Florindo (Foto oben, Mario Schönewald), aber letztlich doch seine Blandina (Foto unten, Eveline Wiederhold) zur Frau. Fotos: Eberlein

Deute. Wieder steht ein Klassiker der Theaterliteratur auf dem Spielplan des Kulturstalls Deute: „Der Diener zweier Herren" von Carlo Goldoni. Am Freitag feierte die Komödie unter der Regie von Thomas Hof Premiere im Löwenhof in Deute, am Samstag öffnete sich der Vorhang ein zweites Mal.

Gut besucht war der Löwenhof, trotz des WM-Spieles Deutschland gegen Ghana, an beiden Abenden. Lügen, Intrigen, Verwechslungen und ein glückliches Ende bekamen die Zuschauer zu sehen. Die Inszenierung machte dem Original des Autors Goldoni alle Ehre.

Darum geht’s: Die mit den Kleidern ihres Bruders ausgestattete Beatrice (Lena Michael) folgt ihrem Liebsten Florindo (Mario Schönewald), der ihren Bruder getötet haben soll, nach Venedig. Begleitet wird sie von einem neuen Diener namens Truffaldino (Lukas Michael).

Dieser, von scheinbar unstillbarem Hunger getrieben, begibt sich nichtsahnend zusätzlich in die Dienste des Florindo, ganz nach dem Leitsatz: Zwei Herren, zwei Mal ein gutes Mahl. Als nach und nach Personen auftauchen, die Truffaldino auftragen, etwas für seinen Herren zu erledigen, gerät der „Diener zweier Herren“ immer tiefer ins Chaos. Welcher Herr ist nun gemeint? Immer wieder unterlaufen ihm Fehler und Verwechslungen, und es dauert bis zum Schluss, bis die Wirrungen endlich ein Ende nehmen, alle Verliebten zusammengefunden haben und der Diener endlich etwas zu essen bekommt.

Einen mehr als überzeugenden Diener Truffaldino gab Lukas Michael ab. Er fühlte sich sichtlich wohl in seiner Rolle, setzte die Elemente der italienischen Theatergattung „Commedia dell´arte“ aus dem 16. Jahrhundert gekonnt um, bediente sich überspitzter Mimik und Gestik, übertriebener Artikulation und nahm direkt den Kontakt zum Publikum auf.

Die Besucher wurden an beiden Aufführungen von den Darbietungen aller Darsteller auf der Bühne im romantischen Ambiente des Spielortes mitgerissen und entlohnten die Akteure mit viel Beifall. Am Samstag mussten dann auch all jene, die sich bevorzugt des Theaters und nicht des Fußballes erfreut hatten, nicht auf die zweite Halbzeit des Spiels Deutschland gegen Ghana verzichten. Nach Goldoni gab es Public Viewing im Löwenhof.

Termine: Die nächste Aufführung findet am 18. Juli in der Fritzlarer Kulturscheune statt, am 25. und 26. Juli Aufführungen auf der Märchenbühne Gudensberg. 

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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