Der Melsunger Edwin Moes plant eine Performance mit Jugendlichen

Kunst, die aufrütteln soll

Er liebt die Provokation: Edwin Moes bei einer Performance im Sommer 2009. Archivfoto: De Filippo

Melsungen/Kassel. In den vergangenen zwei Jahren hat der Melsunger Künstler Edwin Moes immer wieder mit seinen Performances für Gesprächsstoff gesorgt. Unter anderem verbrannte er Bücher auf dem Fuldawehr in Melsungen. Ein anderes Mal harrte er in Hann. Münden nackt in einem Käfig aus. Für Mittwoch, 22. Dezember, plant Moes seine nächste Aktion.

„Es gibt viele Dinge, die mich in diesem Jahr beschäftigt haben“, sagt Edwin Moes. Der Tod der Melsungerin Mara P. zum Beispiel. Die Leiche der 19-Jährigen hatte monatelang unentdeckt in ihrer Wohnung gelegen. Für Moes ein Sinnbild unserer Zeit: „Dass jemand einfach vergessen wird, kann ich nicht verstehen.“ Dieses und weitere Themen wie den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche will der Melsunger Künstler in seiner Performance künstlerisch verarbeiten. Es ist seine Art, auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Beginnen wird die Aktion gegen 20.30 Uhr vor dem Haus des Künstlers am Vorderen Eisfeld in Melsungen. Von dort aus will Moes – begleitet von einigen Jugendlichen – zum Bahnhof laufen. „Es soll ein Trauermarsch für Mara sein“, sagt er. Mit dem Zug wird die Gruppe dann nach Kassel fahren, wo am Kulturbahnhof der zweite Teil der Kunstaktion ansteht.

Die Jugendlichen sollen gefrorene Blüten an Passanten verteilen, während Edwin Moes um 22 Uhr mit verbundenen Augen einen Bahnsteig entlang balancieren wird. Ein Harfenspieler wird die Aktion musikalisch begleiten. „Es geht um Gerechtigkeit.“ Mehr will der Künstler nicht verraten. (fil)

Quelle: HNA

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