Otto Ubbelohdes Zeichnungen im Mittelpunkt

12. Bilderschwatz: Kunst für Brot und Butter

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In alter Tracht: von links Paul Dippel, Ulli Becker-Dippel, Margarethe Werner, Paul Kalbfleisch, Alexandra Werner, Wilhelm Braun, Michaele Scherenberg und Gerhard Weese.

Willingshausen. Die Gürre Stubb in Willingshausen platzte buchstäblich aus allen Nähten, so groß war die Resonanz auf den zwölften Bilderschwatz in der Malerkolonie. Die Patenschaft hatte diesmal der Heimat- und Verschönerungsverein übernommen, in Kooperation mit der Kunsthalle und dem Team der Gürren Stubb.

Im Mittelpunkt der Plauderei über Kunst und Kultur stand die Märchenillustration von Otto Ubbelohde „Schneeweißchen und Rosenrot“ aus dem Jahr 1907.

Humorig moderiert wurde der Abend wie üblich von Paul Dippel. Ulli Becker-Dippel erklärte am Zeitstrahl, was sich zur Zeit Ubbelohdes in Willingshausen tat. 686 Einwohner hatte der Ort seinerzeit, Bürgermeister war Hans-Kurt Dörr. „1907 wurde die Postverbindung verbessert. Damals wurden Briefe zwei Mal täglich abgeholt.“

Eingestimmt wurden die Zuhörer auf den Abend von Michaele Scherenberg. Sie löste damit das Versprechen ein, das sie der vor kurzer Zeit verstorbenen Willingshäuserin Ingrid Grein gegeben hatte. „Sie war eine streitbare Kämpferin für die Tracht. Und die wollen wir zeigen.“ Die Tracht aus jener Zeit trugen Ingrid Greins Töchter Alexandra und Margarethe Werner - als Schneeweißchen und Rosenrot. Dazu erzählte Michaele Scherenberg das Märchen in moderner Sprache.

Kati Werkmeister, Leiterin der Kunsthalle, blickte mit den Gästen auf die gleichnamige Märchenillustration. Ubbelohde, der sich 1898 bei Marburg nieder ließ, war ab 1902 Mitglieder der Willingshäuser Malerkolonie. Er starb 1922 nach schwerer Krankheit. „Die besondere hessische Atmosphäre hätte den Grimms sicher gut gefallen“, so Werkmeister. Sie verdeutlichte, dass er mit den Illustrationen mehrere Jahre beschäftigt war: „Die Jubiläumsausgabe der Hausmärchen waren ein großer Erfolg, bis 1909 erschienen zwei weitere Bände.“

Bei Rosenbowle, Tomatenrosen und Blätterteigleckereien, gereicht von der Familie Kalbfleisch, wurde im Anschluss eifrig über Kunst geschnuddelt. Kati Werkmeister zeigte dazu den Original-Nachruf aus einer Zeitung, den ihr kürzlich eine ältere Dame hatte zukommen lassen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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