Chor- und Instrumentalwerke von Bach: Anklang trat in der Hospitalskapelle auf

Die Kunst der Kantaten

Füllten die Kapelle mit Klang: Unter der Leitung von Stefan Reitz konzertierten der Chor Anklang, Pianist Alexander Urvalov, Franziska Reitz an der Flöte und Sopranistin Karina Neumann. Foto: Rose

Treysa. Berühmte Chor- und Instrumentalwerke von Johann Sebastian Bach erklangen am Samstag und Sonntag in der Treysaer Hospitalskapelle: Unter der Leitung von Stefan Reitz gab das Vokalensemble Anklang Einblick in bekannte, aber auch weniger populäre Werke des großen Komponisten. Am Klavier war der in St. Petersburg geborene und heute in Alsfeld lebende Pianist Alexander Urvalov zu hören, Franziska Reitz an der Querflöte. Lutz Stepputtis las zur Musik einleitende Texte, Karina Neumann trat als Solo-Sopranistin auf.

Ein wunderbar abwechslungsreiches Italienisches Konzert in F-Dur eröffnete den Abend. Dabei überzeugte Urvalov sogleich mit lyrischer Ausdrucksstärke und mitreißender Virtuosität. In nichts nach stand ihm der Chor, der danach die selten aufgeführten Jagdkantate von Bach anstimmte: „Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht“.

In unruhigere Gefilde entführte indes der Pianist mit einer Fuge, während danach das feurig-fröhliche „Siziliano“ aus der Flötensonate die hohen Decken der Hospitalskapelle füllte. „Air“ aus Bachs Orchester-Suite erwies sich als perfekte Vorlage für eine ungewöhnliche Interpretation des Chores: Da man eben, auch aus Platzgründen, ohne Orchester auskommen musste, übernehmen diesen Part kurzerhand die Sänger und intonierten gewagt, aber gelungen, das Instrumentarium.

Das öffentliche Bekenntnis zu Gott und Jesus war das zentrale Thema in „Jesus, bleibet meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“. Während die ursprüngliche Textfassung von 1716 das Bekennen auf die Person Johannes des Täufers bezieht, übertragen die später hinzugefügten Textteile diese Bedeutung auf Maria. Mit einer der bekanntesten Bach-Kantaten verabschiedete sich das Vokalensemble vom Publikum. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ basiert auf dem bekannten gleichnamigen Choral von Philipp Nicolai aus dem Jahre 1599.

Diese Choralkantate wurde für den im Kirchenjahr nur selten vorkommenden 27. Sonntag nach Trinitatis komponiert. Das restlos begeisterte Publikum erklatschte sich noch eine Zugabe.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare