Kunst versteckt im Mais: Zur 950-Jahr-Feier lässt Helmut Riemenschneider es sprießen

Landwirt Helmut Riemenschneider

Bergheim. Helmut Riemenschneider ist eigentlich Landwirt, aber zur 950-Jahr-Feier in seinem Heimatdorf Bergheim wird er zum Künstler. Seine Idee: Ein Maisfeld mit Wegen und Nischen, in denen sich Kunstobjekte verstecken, die die Besucher bei einem Spaziergang durch den Mais entdecken können.

Noch sind es 100 Tage bis zum Jubiläum. 40.000 Maiskörner liegen seit eineinhalb Wochen auf einem Acker am Aueblick in der Erde. Bis zum Fest sollen sie mannshohe Pflanzen ausbilden. Die sind dann die Galerie, in der die Kunstwerke ausgestellt werden. Zwölf Nischen hat Landwirt Helmut Riemenschneider gelassen. In diesen sollen ein Dutzend Kunstwerke ausgestellt werden.

Sechs Künstler aus der Region haben sich von dem 53-jährigen Bergheimer begeistern lassen. „Herr Riemenschneider ist mit solcher Begeisterung dabei, da hat man echt Lust mitzumachen“, sagt Angela Sadra aus dem Nachbarort Mörshausen. Sie will Steinbildhauerei zeigen. „Seine Idee finde ich toll.“

Ein Maisfeld mit Wegen, kein Labyrinth zum Verirren, sondern nur zum Lustwandeln zwischen Kunstwerken – diesen Gedanken hatten der Bauer schon lange, jetzt freut er sich, dass der Mais in der Erde ist. Die 2500 Quadratmeter Ackerfläche am Aueblick hat er bewusst ausgeguckt, weil sie zum einen direkt neben dem künftigen Festplatz liegen. Zum anderen hatte er schon vor drei Jahren Kleegras ausgesät. Dieses markiert jetzt die grünen Wege, auf denen die Besucher sich ihren Weg zur Kunst suchen sollen. „Die Leute sollten mit sauberen Füßen wieder rauskommen“, hat Riemenschneider an alles gedacht.

250 Meter Wege, jeweils etwa 2,40 Meter breit, wird der Bergheimer Harald Kolbe bis zum Fest regelmäßig mähen, damit die Besucher möglichst kommod auf Klee spazieren können. In etwa vier Wochen, wenn der Mais aus dem Gröbsten raus ist, könnte die Kunst auf dem Feld einziehen. Die sollte mit der Natur verwachsen, hatte sich der Landwirt vorgestellt, aber daraus wird nichts.

Die Künstler fürchten, dass ihre wertvollen Arbeiten vom Feld verschwinden könnten. Nur ein Webstuhl aus Metall soll als Mittelpunkt der Kunst im Mais schon in wenigen Wochen aufgestellt werden. Darauf darf jeder, der möchte, mit Stoffen, Garnen oder auch Naturmaterialien weben. Mitmachkunst sozusagen. Dann muss nur noch der Mais sprießen, um in 100 Tagen möglichst hoch zu sein und dichte grüne Wände zu bilden. Doch Riemenschneider ist optimistisch: „Das ist ein sehr guter Boden.“ Auf dem gedeiht sogar Kunst.

Federführend bei dem Projekt ist ein Quartett aus vier Künstlerinnen: Renate Mahler-Heckmann aus Melsungen, Ulrike Hawelka aus Schnellrode, Sigrid Paul aus Gensungen und Angela Sadra aus Mörshausen haben sich vor kurzem zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu bereichern. „Wir sind diejenigen, die das vorantreiben“, sagt Angela Sadra.

Außerdem machen bei der Kunst im Maisfeld Ron Mörseburg aus Mörshausen, Cvetic Josip, Melsungen und Professor Eugen Mahler aus Neumorschen mit. Die meisten stellen Steinbildhauerei oder Metallkunst her. Nach einem Kollegen, der Holzarbeiten macht, suchen die Künstler für das Projekt noch.

Von Andrea Brückmann

Quelle: HNA

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