Kunstpionier Biele Emmenberger starb nach kurzer Krankheit

Verband Kunst und Gesellschaft: Im Alter von 53 Jahren starb Biele Emmenberger.

Michelsberg. Biele Emmenberger ist tot. Der Künstler starb in der vergangenen Woche – nur wenige Tage nach seinem 53. Geburtstag – nach kurzer schwerer Krankheit. Der Michelsberger hinterlässt eine Lücke im Kulturleben der Region.

„Biele war eine Institution“, sagen Weggefährten. Auch heißt es, dass nicht unbedingt alle ihn mochten – weil er ihnen einen Spiegel vorhalte. Konsequent habe er Hierarchien abgelehnt, ein unkonventionelles Leben gelebt, dabei aber immer den Lebensstil anderer respektiert.

Schon als Jugendlicher legte er sich den Künstlernamen Biele Emmenberger zu. Grafiker, Regisseur, Dokumentarfilmer, Musiker, Webdesigner und Fotograf – die Bandbreite seines künstlerischen Schaffens war groß. In der Regel waren die neuen Technologien seine künstlerischen Werkzeuge. Schon in der Pionierphase der Videotechnik hat er sich damit künstlerisch auseinandergesetzt. Nicht zu trennen ist sein Name von der regionalen Kultband Die Gichties, musikalisch irgendwo zwischen Punk und Rock anzusiedeln, und dem Verein Synchro-Media, der sich in den Achtzigern als Förderer „audiovisueller Medien- und Bildkultur in Nordhessen“ sah und das Bilderhaus in Treysa als Forum nutzte.

Ende der Achtziger stemmte Emmenberger als Regisseur das größte Projekt des Musiktheaters Dingo: die deutsche Fassung der russischen Rockoper Avos. Wichtig war ihm auch, sein künstlerisches Wirken weiterzugeben. Er unterrichtete an der Hephata-Akademie und entwickelte am Goethe-Institut in Buenos Aires ein Projekt zu Computer unterstützter Kunst.

25 Jahre lebte und arbeitete er mit seiner Frau, der Künstlerin Delia Henss. Gemeinsam haben die beiden zwei Töchter (8 und 12). In ihrem Kunsthaus in Michelsberg treffen sich seit zwei Jahrzehnten Künstler aus ganz Deutschland alljährlich zur Sommerwerkstatt. Dort galt er als Gastgeber „als die gute Seele“.

Das Musiktheater Dingo schreibt in Erinnerung an Biele Emmenberger: „Sein Ideenreichtum, seine entschiedene, zupackende und bei aller Lust am konstruktiven Streit nie verletzende Art haben uns gut getan.“ (syg)

Trauerfeier: Samstag, 10. März, ab 14 Uhr, Friedhof Michelsberg

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare