Ausgefallene Kreationen: Martin Ludolph erfindet die Brille jeden Tag neu

Kunststücke mit Durchblick

Wasenberg. Für Martin Ludolph aus Wasenberg ist die Augenoptik Beruf und Berufung. Während er tagsüber als Angestellter im Brillenstudio Thomas Langer in Treysa arbeitet, wird er nach Feierabend in der heimischen Brillenwerkstatt zum Kleinunternehmer, der abgefahrene Brillen-Unikate herstellt.

Unter dem Label „Custom Frames“ entstehen Brillenfassungen mit Miniatur-Oldtimerfelgen für den Autosammler, Flammendesign und Templerkreuz für Biker, oder mit Nieten versehene Bügel für Gothic- und Punkfans.

Schon in seiner Ausbildung vor über zehn Jahren versuchte sich der Brillen-Designer immer wieder an eigenen Entwürfen, stieß dabei aber ständig an die Grenzen der handelsüblichen Materialien.

Formen mit Chirurgenstahl

Inzwischen hat er das richtige Material für ausgefallene Brillenfassungen gefunden: hochwertigen Edel- und Chirurgenstahl in unterschiedlichsten Formen, wobei sich der Einkauf für den jungen Unternehmer wegen der kleinen Abnahmemengen schwierig gestaltet. Andere Materialien begegnen ihm im Alltag. Eine herumliegende Kuchengabel brachte ihn auf die Idee, Besteck zu Brillenbügeln umzufunktionieren. „Anschließend beginnt die Tüftelarbeit,“ erklärt der 31-jährige Brillenmacher.

Gedanken über das Gewicht

„Dann muss man sich Gedanken über das Gewicht und den Schwerpunkt von Kaffeelöffeln machen.“ Dennoch ist nichts zu ausgefallen, um Thema einer Kreation zu werden, solange man es aus Edelstahl herstellen kann. Über 30 Arbeitsstunden investiert der Brillen-Designer in ein Brillen-Kunstwerk. Zwischen 570 und 750 Euro zahlen die Kunden für die besonderen Schmuckstücke. Vor kurzem präsentierte Ludolph seine Kreationen erstmals einem großen Publikum auf der Optiker-Messe in München, und stieß auf großes Interesse. (yim)

Quelle: HNA

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