Tätowierungen sind Trend, doch die Farben können Schadstoffe enthalten

Kunstwerke auf der Haut

Stichelei: Kristina Kraft tätowiert mit sieben gebündelten, feinen Nadeln einen Schriftzug ans Handgelenk von Doreen Wagner aus Felsberg Fotos: Mangold

Schwalm-Eder. Ob eine Blume auf dem Oberarm oder ein chinesisches Schriftzeichen auf dem Rücken: Tattoos erfreuen sich großer Beliebtheit. Doch unter Umständen können die schönen Bilder auf der Haut Entzündungen oder Allergien verursachen.

„Tätowierungen haben eine Renaissance erfahren“, stellt Hautarzt Dr. Baschar Malek aus Fritzlar fest. Was früher bei Seeleuten und Knastbrüdern populär war, liegt heute voll im Trend in allen Gesellschaftsschichten. Rund jeder zehnte Deutsche ist tätowiert, bei den Jüngeren sogar jeder Vierte. Doch sind Tattoos unschädlich für die Gesundheit?

Allergische Reaktionen

„Hauptproblem beim Tätowieren ist, dass oft nicht deklariert wird, was in die Haut kommt“, gibt Malek zu bedenken. Häufig wüssten Tätowierer und Kunde nicht, ob die Farben gesundheitlich unbedenklich sind. Sie könnten giftige Schwermetalle enthalten, wie Zinnober und Cadmium in Rot und Gelb oder Azo-Farbstoffe, organische Verbindungen, die metallhaltig sein können und krebserregend sind. Die Farbstoffe würden beim Tätowieren in der Haut als eine Art Depot angelegt. Zu Vergiftungen käme es nicht, doch allergische Reaktionen seien möglich.

Bei einer Kontaktallergie, die besonders oft durch rote Farbpigmente verursacht werde, bildeten sich entzündliche Plaques, die mit Cortison haltigen Salben behandelt werden könnten. Hielte die allergische Reaktion trotzdem an, helfe manchmal nur noch die chirurgische Entfernung der betroffenen Hautstellen.

Wie bei jeder Hautverletzung gebe es ein Infektionsrisiko. Es könne zu bakteriellen Infektionen kommen. Beschrieben sei auch die Übertragungsmöglichkeit von Infektionen wie Tuberkulose, Aids und Hepatitis.

Das Wichtigste sei die Sauberkeit beim Stechen eines Tattoos. Die Haut an der vorgesehenen Stelle solle gereinigt werden, die Arbeitsgeräte sollten möglichst desinfiziert sein, und der Tätowierer sollte bei der Arbeit Einmal-Handschuhe tragen.

Wer seine Meinung ändert und sich sein Tattoo entfernen lassen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Ab etwa 100 Euro kostet eine Behandlung beim Hautarzt. Mit einem speziellen Laser werden die Pigmente in der Tiefe der Haut erhitzt und zerstört, die Reste baut der Körper ab. Je nach Größe, Farbe, Tiefe und Ort des Tattoos in der Haut werden mehrere Behandlungen nötig. Allerdings lasse sich die Farbe nicht immer völlig entfernen.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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