Platz kann gut gebraucht werden

Kunstwerke von Knoop-Schellbach sollen umziehen 

Körle. Das Knoop-Schellbach-Museum im Körler Rathaus hat nur noch wenige Besucher. Waren es 2008 noch 100, kamen im vergangenen Jahr nur 15 Interessierte, die die Dauerausstellung des Lebenswerks der Künstlerin Margret Knoop-Schellbach besichtigten.

Deshalb soll die Ausstellung umziehen: nach Lobenhausen. Das hat das Parlament am Montagabend einstimmig beschlossen.

Dadurch erhofft sich das Parlament eine Belebung der Ausstellung. "Es hilft dem Künstler nicht, wenn keine Besucher da sind", sagte Michael Greiner (CDU). Und Michael Oetzel (SPD) sagte: Wir wollen das Museum dichter an die Leute heranbringen."

Deshalb soll es nach Lobenhausen, dorthin, wo der Fuldaradweg entlang führt und wo Knoop-Schellbach-Kunstwerke seit den 1990er-Jahren die Kirche verschönern. In Sichtweite zur Kirche soll das ehemalige Firmengebäude von Fliesen-Schmoll angemietet werden, zunächst für drei Jahre. Auf 108 Quadratmetern sollen die Werke konzeptionell neu aufgestellt werden. Zudem hat das Parlament den Gemeindevorstand beauftragt, Alternativen zur Präsentation des Museums und seiner Exponaten über Körle hinaus zu entwickeln.

Der Umzug soll im vertraglichen Einvernehmen mit den Erben der Künstlerin erfolgen. Im Jahr 1983 hatte sich die Gemeinde vertraglich verpflichtet, das künstlerische Lebenswerk von Margret Knoop-Schellbach dauerhaft auszustellen. "Es ist nicht im Sinne der Gemeinde Körle", heißt es nun im aktuellen Parlamentsbeschluss, "sich mit nicht befristeten und ohne Kündigungsmöglichkeiten versehenen Verträgen für alle Ewigkeiten zu binden."

Der Platz wird gebraucht

Mit dem Umzug nach Lobenhausen wird das erste Obergeschoss im Rathaus frei. Der Platz wird auch gebraucht: Bauamt, Kasse, Steueramt und ein Aktenraum sollen dort entstehen. Die Akten der Verwaltung seien über mehrere immer und Geschosse verteilt, erläuterte Bürgermeister Mario Gerhold, und aus Platzgründen könne sonst im kommenden Jahr kein Ausbildungsplatz mehr angeboten werden.

Museums-Umzug und Rathaus-Erweiterung - dieser "Doppelbeschluss", wie ihn Michael Greiner bezeichnete, war zunächst bei der CDU-Fraktion auf Unbehagen gestoßen. "Uns fehlt ein tragfähiges Konzept für das Museum", sagte Greiner.

Die Mitglieder zogen sich in einer Sitzungsunterbrechung zur Besprechung zurück. Sie stimmten dann zu und wollen sich beim Konzept von einem Experten der Kunsthochschule Kassel beraten lassen.

Für den Umbau und die Ausstattung der Büros hat das Parlament beschlossen, 38.000 Euro bereitzustellen. Für die Ausstattung des Museums wurden 5000 Euro bewilligt.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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