Das Grauen hautnah erlebt

Kurs der Filchner-Schule fünf Tage in Auschwitz

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Lebendige Vergangenheit: Wolfhager Schüler besuchten das Konzentrationslager in Auschwitz und die Städte Krakau und Oswiecim. 

Wolfhagen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Grauen der nationalsozialistischen Geschichte war das Ziel einer Klassenfahrt des Leistungskurses Geschichte der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule nach Polen.

„Obwohl ich zunächst Angst vor der Fahrt hatte, finde ich es im Nachhinein wichtig, dass wir dort waren“ so die 17-jährige Leonie Kaminski nach dem Besuch der Gedenkstätte Auschwitz.

Fünf Tage beschäftigten sich die Schüler mit der Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslager. Begleitet wurde die Fahrt durch die Geschichtslehrer Marlen Leist-Kohlenberger und den Tutor des Kurses Dr. Ulf Thöle.

Workshop im Lager

Das Programm beinhaltete neben den Führungen durch die verschiedenen Bereiche des Lagers auch einen Workshop zum Thema Fotografien in der internationalen Jugendbegegnungsstätte und ein Zeitzeugengespräch mit dem polnischen Historiker Prof. Dr. Waclaw Dlugoborwski, der als Jugendlicher drei Jahre als Mitglied des polnischen Widerstands in Auschwitz gefangen gehalten wurde. Durch die anschaulichen Schilderungen seiner persönlichen Erlebnisse in perfektem Deutsch, wurde die Vergangenheit lebendig. Ebenso eindrucksvoll war für die Schüler der Besuch im Kloster Harmesze, in dem der ehemalige Lagerinsasse und spätere Bühnenbildner Marian Kolodzieja seine Erlebnisse künstlerisch in einer großen Ausstellung verarbeitet hat.

Bei Stadtführungen in Oswiecim und Krakau gewannen die Schüler nicht nur Einblicke in die jüdische Geschichte Polens, sondern auch in die polnische Gegenwart. Trotz des dichten Programms und der intensiven Auseinandersetzung mit den Grauen der nationalsozialistischen Verbrechen stellten sowohl die Schüler als auch die Lehrer fest, dass die Fahrt einzigartige Erfahrungen vermittelten, die im Rahmen des regulären Schulunterrichts nicht möglich gewesen wären.

Gefördert wurde der Aufenthalt in der Gedenkstätte durch die Bethe-Stiftung, das Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk und die Hessische Landeszentrale für Politische Bildung. 

Quelle: HNA

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