Bei der Firma Konvekta sind Euro- und Staatskrisen die Ursache, bei Horn und Bauer eine Auftragsdelle

Kurzarbeit in der Schwalm

Christina Nass

Schwalmstadt. Firmenchefs bundesweit sind im Stimmungstief, für 25 Mitarbeiter der Elastic Textile Europe in Neukirchen gab es diesen Monat die Kündigung (wir berichteten), bei Schuh-Rohde kam im Sommer das Aus für 130 Arbeitnehmer.

In anderen Betrieben herrscht, kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit, Kurzarbeit. Die gute Nachricht: Sehr ernst sehen die Verantwortlichen dieser Unternehmen die Lage derzeit nicht.

So erfuhr die HNA auf Anfrage bei der Firma Horn und Bauer (Treysa): „Bei uns wird momentan zum Teil kurzgearbeitet.“ Wie Christina Nass, Assistentin der Geschäftsleitung, weiter mitteilte, hat „eine schlechte Auftragslage im August aufgrund der allgemeinen konjunkturellen Situation hat zu der Entscheidung geführt. Wir gehen davon aus, dass nur der September, maximal noch Oktober betroffen sein werden und die Kurzarbeit keine lang anhaltende Maßnahme sein wird.“

Constantin H. Schmitt

Ähnlich ist die Lage bei Konvekta in Ziegenhain. Firmenchef Constantin H. Schmitt bestätigte ebenfalls, dass in seinem Betrieb im Mai sowie im August und Septemberin den meisten Abteilungen eine zehn- bis 15-prozentige Kurzarbeit herrschte. „Anfang des Jahres gab es einen Umsatzeinbruch, nachdem wir voriges Jahr einen Rekordumsatz noch über dem von 2008 hatten“, sagte Schmitt im Gespräch mit der HNA. Das sehr gute Geschäft 2011 geht auch auf Zusatzprojekte und Geschäfte mit einem russischen Bestandskunden zurück.

Augenblicklich leide Konvekta aber indirekt unter der schlechten Investitionsneigung in Südeuropa, wo die Nachfrage nach Stadt- und Reisebussen rückläufig ist. Auch die Krisen im Nahen und Mittleren Osten (Ägypten/Syrien) strahlen ab. Konvekta habe jedoch keine Marktanteile verloren, inzwischen würden wieder schwarze Zahlen geschrieben, allerdings seien noch drei schlechte Monate zu erwarten. Betriebsbedingte Kündigungen gab es nicht.

„Wir sind grundsolide, wollen die Belegschaft halten und ausbauen, wir haben lediglich rechtzeitig auf die Bremse gedrückt“, betonte Schmitt. 235 Mitarbeiter beschäftigt Konvekta am Standort Schwalmstadt. In Thüringen werde nicht kurzgearbeitet. Impulse erwartet Schmitt von der Eisenbahnmesse Berlin und der IAA Hannover, und Nachfragezuwächse seien weltweit auf den Sektoren Bau- und Landmaschinen-Klimatisierung und Transportkühlung zu erwarten. Fotos: Archiv

Quelle: HNA

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