Eine Stunde

Kurze Parkzeit ärgert ältere Spangenberger

Spangenberg. Immer wenn Ingrid Ruhl mit dem Auto am Marktplatz unterwegs ist, ärgert sie sich: Nach einer Stunde Parkzeit muss sie wegfahren, sonst gibt's ein Knöllchen.

Denn dort ist es tagsüber nur erlaubt, eine Stunde umsonst zu parken. Und Knöllchen hat die 82-jährige Autofahrerin schon so manches erhalten, manchmal kam sie nur zehn Minuten später zum Auto zurück. Sie fordert: „Wir brauchen eine längere Parkzeit.“

Speziell für ältere Menschen sei die kurze Parkzeit ein Problem, denn sie seien in Spangenberg auf das Auto angewiesen. Ingrid Ruhl war schon auf Beerdigungen, wo während des Trauerkaffees im Rathaus „alle paar Minuten jemand aufstand, rausging und die Parkscheibe vorstellte“. Schließlich seien Senioren auf ortsnahe Parkplätze angewiesen. Oder kürzlich beim Konfirmandentreffen 1928: Das Treffen war um 12 Uhr in der Pizzeria am Marktplatz. Es war eine gesellige Zusammenkunft, und um 12.50 Uhr hatten noch nicht alle bestellt. Um 13 Uhr war bei den Senioren aber schon die Parkzeit vorbei. „Das finde ich nicht gut“, sagt Ingrid Ruhl.

Ihrer Meinung nach sei die kurze Parkzeit am Marktplatz kein gutes Aushängeschild für die Stadt: „Die paar Leute, die nach Spangenberg kommen, werden so noch weggeekelt.“

Dabei sei es gut, dass es mittlerweile wieder mehrere Lokale in der Innenstadt gebe. Die gebürtige Dresdenerin lebt seit 1949 in Spangenberg und kann sich an längst vergangene Zeiten erinnern, „als die Leute von überall her nach Spangenberg zum Einkaufen kamen.“

Das sagt der Bürgermeister

„Wir sollten die Parkzeiten an die heutigen Begebenheiten anpassen“, sagt Peter Tigges, Bürgermeister von Spangenberg. Damit meint er unter anderem die neuen gastronomischen Angebote rund um den Marktplatz.

Tigges hat vor zwei Jahren eine Verkehrskonzeption vorgestellt, die die Innenstadt vom Schilderwald befreien und die Parkzeiten auf dem Marktplatz verändern sollte. Er hatte den Vorschlag gemacht, die Parkzeit von einer Stunde auf zwei Stunden zu verlängern. Am 28. Februar 2013 gab es eine Bürgerversammlung zu diesem Verkehrskonzept, die jedoch sehr schwach besucht war.

Seitdem habe das Thema zwei Mal auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gestanden, beide Male wurde es vertagt. „Die Politik hat sich schwer getan, eine Entscheidung zu treffen.“ Parteiintern sei es aber diskutiert worden. Das Thema steht nun auf der nächsten Sitzung der Kommission Finanzen und wird demnächst auf der Tagesordnung im Parlament stehen, kündigt Tigges an.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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