Vom Historien- zum Genrebild: Konrad Nachtwey referierte

Kurzweil mit Kunst

Symbolhaftes in der Malerei: Konrad Nachtwey war am Donnerstag zum zweiten Mal zu Gast im Museum der Schwalm. Foto: Rose

Ziegenhain. Konrad Nachtwey nennt die Dinge beim Namen – dafür ist der Kasseler Kunsthistoriker bekannt. Mit seinen kurzweiligen Kunstbetrachtungen kommt Nachtwey auch in der Schwalm bestens an: 40 Zuhörer lauschten am Donnerstagabend zum Thema „Was erzählen uns Bilder, und wie lese ich sie“ diesmal vom Historien- zum Genrebild. Schon früh, um 536, habe die Kirche damit begonnen, das gesprochene Wort der Bibel über Bilder zu zeigen: Diese Auftragsarbeiten markierten den Beginn der konzentrierten Malerei.

„Doch der Herrgott war bis in die Zeit Christi Geburt quasi unsichtbar“, erläuterte Nachtwey. Erst Jesus als Inkarnation Gottes durfte auch gemalt werden. Was die Maler nicht zeigten, transportierten sie dennoch – nämlich über Symbole. Gleichwohl erzählten Bilder auch Geschichten voller Gemeinheit, etwa die Szene der badenden Batseba, der späteren Frau von König David. Obschon sie von David vergewaltigt wurde, zeigt die Szenen einen kleinen Hund – „das Sinnbild für ehelliche Treue“.

Einfluss auf die Malerei hatte auch die Reformation. „Von da an beschäftigten sich auch die Künstler stärker mit Themen des Alltags.“ Den Übergang der Renaissance in den Barock markiere hingegen der so genannte Manierismus, erklärte Nachtwey. Ein deutliches Merkmal seien die Überlängen von Gliedmaßen. Viele Werke entstanden auch nach Vorlagen aus der griechischen Mythologie, „die die Geschichte des ewigen Fremdgehens belegen“, sagte der Historiker.

Aufgegriffen wurde das Thema auch in der niederländischen Malerei mit seinen häufigen Bordellszenen. Dabei waren die Szenen nie eindeutig: „Die Niederländer hatten eher den erhobenen Zeigefinger.“ (zsr)

Quelle: HNA

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