HNA-Markt: Kutschfahrten durch die Schwalm

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Pferde- und Kutschenliebhaber: Wolfgang Rampe aus Niedergrenzebach war mit seiner Pferdekutsche, die er jetzt verkaufen möchte, immer wieder gerne in der Schwalm unterwegs.

Wolfgang Rampe und seine komplette Familie sind dem „Pferde-Bazillus“ verfallen: So locker plaudert der Niedergrenzebacher über seine große Leidenschaft.

Schuld daran sei Tochter Jennifer – heute 27 Jahre – die den Papa einst überzeugte, dass es Spaß macht, seine Freizeit mit Pferden zu verbringen. Und tatsächlich: Während das Töchterchen beim Reiten immer erfolgreicher wurde, kaufte sich Rampe eine eigene Kutsche – und fuhr damit auf kleineren Turnieren. Auch Brautpaare ließen sich von dem Niedergrenzebacher zum Gotteshaus und zurück fahren.

Die Kutsche aus dem Hause Hansmeier in Detmold will Rampe jetzt aber verkaufen: „Sie wird bei mir einfach zu selten gefahren“, sagt er. An Turnieren nehme er schon selber nicht mehr teil und die Tochter reite lieber. Er selbst habe übrigens noch nie auf einem Pferd gesessen, gibt er lächelnd zu. Dabei kam der gebürtige Knüllwälder schon früh mit den Tieren in Berührung. Der Vater war Schmied. „Und eigentlich wollte ich immer ein Pony haben – aber dafür war kein Geld da“, erzählt Rampe. Dafür hat er sich dann vor 20 Jahren den Traum einer eigenen Kutsche erfüllt: Das Gefährt wurde nach Rampes Vorstellungen gebaut. Gezogen werden kann es von Tieren mit einem Stockmaß von 1,50 Meter. Nötig wurde auch ein Kutschen-Führerschein. Den hat Rampe 1992 absolviert – das so genannte Fahrerabzeichen. Hierbei hat der Niedergrenzebacher gelernt, worauf es ankommt – sowohl beim Lenken als auch beim Umgang mit Pferden. Haltung und Pflege der Tiere waren Bestandteil der Prüfung, zudem das Einschirren, aber auch die schonende Handhabung sowie die Straßenverkehrsordnung.

Kutsche fuhr auch auf der Salatkirmes in Ziegenhain

Aus der Schwalm fuhren Rampes häufig per Kutsche nach Lauterbach. „Dort ist auch der Ausbildungsstall“, erklärt der Heizungsbaumeister. Lenken dürfe man eine Kutsche übrigens ab dem 12. Lebensjahr. Seine Kutsche blieb nicht lange unentdeckt: Mehrmals war er mit dem Gespann für den Festzug der Salatkirmes in Ziegenhain angefragt. Das Modell hat einen luftgefederten Fahrersitz und mit Leder bezogene Sitzflächen. Zudem ist es luftbereift und verfügt über vier Scheibenbremsen, die Spurbreite misst 1,30 Meter. Der Einstieg erfolgt von hinten – über einen Auftritt. Nicht zugelassen sei die Kutsche für das Gelände, für das Umfahren von Hindernissen, erläutert der Besitzer. Insgesamt – so schätzt Wolfgang Rampe – bringt es die Kutsche auf etwa 300 Kilo Gewicht. Der Niedergrenzebacher wünscht sich, dass die Kutsche künftig wieder häufiger gefahren wird: „Der Käufer sollte auch dem Pferde-Bazillus verfallen sein – so viel steht fest“, sagt er. (zsr)

Quelle: HNA

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