Lachgas gegen Zahnarzt-Angst

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Gutes Team: (hintere Reihe von links) Helmut Wienecke, Sebastian Leppin, Diana Magnus und Carmen Paar, (vordere Reihe) Carmen Neutze und Regina Prinz.

Eine Betäubung beim Zahnarzt ist heutzutage Alltag. Der kleine Pieks bewahrt vor schlimmeren Schmerzen und wird meist gerne vom Patienten angenommen.

Auch wenn es nicht mehr weh tut, bleibt immer noch die Angst vor der Behandlung. Eine gute Möglichkeit, Angst auszuschalten bietet eine Sedierung mit Lachgas. Helmut Wienecke nutzt diese Behandlung seit Dezember 2013 erfolgreich in seiner Praxis in Wolfhagen, nachdem sein Praxisteam in einer mehrtägigen Fortbildung für Zahnmediziner und Assistenten die Qualifikation zur Anwendung von Lachgas erworben hat.

Lachgas ist ein „Stoff“ mit ganz besonderer Wirkung

„Man darf Lachgas nicht mit einer Narkose gleichsetzen“, macht der Zahnarzt deutlich, „denn bei einer Sedierung, bleibt der Patient die gesamte Zeit über voll ansprechbar.“

Vor allem Angstpatienten wissen die Sedierung mit Lachgas zu schätzen. Es nimmt die Angst und die Zahnbehandlung verläuft deutlich entspannter. Das erleichtert auch dem Zahnarzt das Arbeiten. Darüber hinaus wird der Schluck- und Würgereiz ausgeschaltet, was viele Patienten bei einer zahnmedizinischen Behandlung als besonders angenehm empfinden.

Im Gegensatz zu anderen Betäubungsmitteln wird Lachgas nicht im Körper metabolisiert, also nicht in den Stoffwechsel aufgenommen. Das Gas wird während der Behandlung über eine Nasenmaske verabreicht und über die Lunge auf-, beziehungsweise abgegeben. Die Einleitung der Sedierung beginnt mit reinem Sauerstoff, dann wird schrittweise Lachgas zugeführt. In den meisten Fällen kann mit der Behandlung gestartet werden, wenn der Lachgasanteil zwischen 25 und 35 Prozent liegt. Diese Einleitungsphase dauert etwa 15 Minuten. Da das Zeitgefühl des Patienten während der Sedierung verloren geht, sind dann auch lange Behandlungen problemlos möglich.

„Nur wenige Atemzüge reichen aus, um das Lachgas wieder aus der Lunge zu entfernen, so dass nach kurzer Zeit keine Nachwirkungen des Gases mehr verspürt werden“, erklärt der Wolfhager Zahnarzt. Um sicher zu stellen, dass alle Gasanteile aus der Lunge verschwinden, atmet der Patient nach der Behandlung fünf Minuten lang reinen Sauerstoff.

Helmut Wienecke ist einer der wenigen Zahnärzte in der Region, die Lachgas anwenden. Aber es muss betont werden: „Allein mit Lachgas ist eine komplette Schmerzausschaltung nicht möglich“, so Helmut Wienecke, „daher wird bei aufwendigeren Behandlungen immer auch eine örtliche Betäubung gegeben.“

Aufgrund seiner guten Verträglichkeit kann Lachgas bei fast jedem Patienten angewendet werden. Selbst für Kinder ist die Anwendung kein Problem. Nicht geeignet ist es für Schwangere und Menschen mit Herz- Kreislaufproblemen oder bei Patienten mit eingeschränkter Nasenatmung.

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Um Risiken bei der Lachgasanwendung von vorneherein auszuschließen, wird von jedem Patienten ein ausführlicher Anamnesebogen ausgefüllt. Anhand der erhobenen Daten kann so ein mögliches Gesundheitsrisiko erkannt werden.

Die Kosten einer Sedierung mit Lachgas liegen zudem deutlich unter den Kosten einer Vollnarkose. (zgi)

Quelle: HNA

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