Versorgungszentrum: Stadt wird Grundstück neben dem Lebensmittelmarkt kaufen

Zum Laden kommt ein Ärztehaus

Der Platz ist da: Neben dem Nahkauf soll in Schwarzenborn ein Medizinisches Versorgungszentrum entstehen. Foto: Haaß

Schwarzenborn. Die Umsetzung des Projekts Medizinisches Versorgunsgzentrum (MVZ) Schwarzenborn ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen (wir berichteten). Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig den Kauf eines Grundstückes neben dem Lebensmittelgeschäft am Eselsweg am Ortsausgang Richtung Grebenhagen. Für Grundstückskauf und Bau des Gebäudes stellt die Stadt damit im Nachtragshaushalt 715 000 Euro bereit.

Arztpraxis schließt: „Es pressiert“, warb Bürgermeister Jürgen Kaufmann für das zukunftsweisende Modellprojekt und schilderte die Ausgangslage. Die zurzeit in Schwarzenborn praktizierende Ärztin schließt ihre Praxis bereits am 30. September und damit früher als gedacht. Ein direkter Nachfolger sei nicht in Sicht und eine wie auch immer geartete Übergangslösung nur maximal für ein dreiviertel Jahr möglich, erklärte das Stadtoberhaupt.

Neues Gesetz: Mithilfe des neuen Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) erhofft sich Kaufmann die Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung. „Das Schwarzenborner Konzept hat überall große Anerkennung erfahren“, sagte der Bürgermeister.

Pflegedienst und Therapeuten: Ziel sei es, neben zwei Ärzten auch weitere medizinische Dienstleister wie einen Pflegedienst und eine Praxis für Physiotherapie als Mieter für das MVZ zu gewinnen. In den alten Praxisräumen sei eine Umsetzung in dieser Qualität nicht möglich. „Wir benötigen ein neues Gebäude“, sagte Jürgen Kaufmann.

Neubau neben dem Laden: Das Stadtoberhaupt machte eindeutig klar, dass der entscheidende Faktor die Gewinnung von Ärzten ist: „Wir werden nur bauen, wenn die ärztliche Versorgung gewährleistet ist.“ Bei Berücksichtigung aller Umstände komme als Standort für das MVZ daher nur der alte Waschplatz gegenüber dem Nahkauf-Einkaufsmarkt infrage. Nur hier sei es möglich Synergieeffekte zu nutzen und wesentliche Kostenersparnisse zu erzielen, erklärte Jürgen Kaufmann.

Eigenanteil der Stadt: Sollte das MVZ-Schwarzenborn verwirklicht werden, kommt auf die Stadt als Bauherr und zukünftiger Vermieter laut Beschlussvorlage ein Eigenanteil von mindestens 500 000 Euro zu. 200 000 Euro sollen durch Fördergelder finanziert werden.

„Durch die Mieteinnahmen sind wir in 15 bis 18 Jahren wieder bei null“, ist sich Schwarzenborns Stadtoberhaupt sicher.

Der Weg ist frei: Die Parlamentarier folgten Kaufmanns Argumentation. Ohne weitere Diskussion wurde die Vorlage beschlossen und damit des Medizinische Versorgungszentrum auf den Weg gebracht.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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