Tegut und Baunataler Diakonie planen Lebensmittelgeschäft in Körle

Lädchen öffnet im Mai

So könnte es aussehen: In Abterode im Werra-Meißner-Kreis gibt es seit April 2011 ein „Lädchen für alles“. Das Konzept ist identisch mit dem geplanten Geschäft in Körle. Die Baunataler Diakonie betreibt einen solchen Laden auch in Gieselwerder an der Weser. Foto: Archiv

Körle. Volle Versorgung auf kleinster Fläche, konkurrenzfähige Preise und neue Arbeitsplätze – mit diesen Argumenten haben die Baunataler Diakonie und Tegut am Donnerstagabend für den geplanten Laden im Ortskern Körle geworben. Die Eröffnung soll im Mai sein.

Seit der Schließung von Nahkauf fehlt in der Ortsmitte ein Lebensmittelladen. Die Chancen, einen Nachfolger zu finden, waren eher gering. Mehrfach hätten Unternehmen wie Edeka deutlich gemacht, dass der Standort für sie unattraktiv sei, erklärte Bürgermeister Mario Gerhold.

Diese Versorgungslücke will nun Tegut füllen: „Lädchen für alles“ heißt das Konzept, mit dem das Unternehmen aus Fulda auf den demografischen Wandel reagiert. „Es handelt sich dabei um einen Vollversorger auf kleinster Fläche, nicht um einen Dorfladen“, sagte Manuela Herz von Tegut. Das heißt: Das Sortiment ist relativ umfangreich, es gibt zu jedem Produkt Alternativen, die Preise sind identisch mit anderen Tegutläden.

Allerdings wird das Unternehmen das Lädchen nicht selbst betreiben: Das übernimmt ein sozialer Partner, in diesem Fall die Baunataler Diakonie. Zu deren neuen Aufgabenfeldern gehöre auch die Versorgung der Menschen auf dem Land, sagt Burkhard Finke von der Diakonie.

Außerdem biete das Projekt die Möglichkeit, Arbeitsplätze für Behinderte zu schaffen. „Diese Menschen können arbeiten, es stellt sie nur niemand ein“, sagt Finke. Die Diakonie sucht auch Mitarbeiter ohne Behinderung, gezahlt werde nach Tarif.“

Das Lädchen soll als weiteres Standbein auch Dienstleistungen wie eine Kopiermöglichkeit anbieten. Eine Poststelle ist bisher nicht geplant. Zudem werde es Tische mit Sitzmöglichkeiten geben.

Für Kritik sorgte dagegen der Verkauf von Backwaren im Lädchen. Dieser werde den ansässigen Geschäften Konkurrenz machen, kritisierte ein Körler Bäcker.

Alle Beteiligten machten deutlich, dass für das Bestehen des Ladens vor allem die Körler und ihre Nachbarn in Albshausen und Grebenau verantwortlich sind: „Wir brauchen Kunden, die sich den Einkaufskorb richtig vollmachen.“ Fotos: Gehlen

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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