Autobahn 49

Tunnel-Baustelle: "Das Ding muss jetzt durchgezogen werden"

Keine Spuren von Schmutz: In der Frankenhainer Hauptstraße sind keine Hinterlassenschaften der Lastwagen zu sehen. Die Lkw fahren selten durch das Dorf. Fotos: Hoffmann (4), Archiv (1)

Schwalmstadt. "Das Ding muss jetzt durchgezogen werden“, sagt Reinhart Darmstadt über die Tunnel-Baustelle für das begonnene Autobahnteilstück Neuental-Schwalmstadt. In der ehemaligen Hugenottenkolonie hat man sich mit der dicht am südlichen Dorfrand gelegenen 24-Stunden-Baustelle arrangiert.

Der Ortsvorsteher gibt hier nur das wieder, was viele der Einwohner Schwalmstadt-Frankenhains denken. Vorwürfe, dass die Baumaßnahmen viel Lärm und Schmutz im Ort verursachten, bezeichnet Darmstadt als „unwahr und absurd“. Tatsächlich, die Straßen in Frankenhain sind sauber. Das liegt daran, wie der Ortsvorsteher erklärt, dass die Lastwagen über einen mittlerweile geteerten Feldweg fahren und somit selten das Dorf passieren.

„Die Bauarbeiten laufen nicht ohne Lärm ab, aber es hält sich in Grenzen", sagt Darmstadt zu den Krach-Vorwürfen. Armin Happel, der in Kassel tätig ist und von der fertigen Autobahn 49 „vielleicht irgendwann profitieren wird“, berichtet von einem Piepton, wenn die Lastwagen rückwärts fahren. Es handelt sich dabei um ein Warnsignal für die Bauarbeiter. „Das stört mich aber nicht“, sagt Happel gleichmütig.

Eine wirkliche Lärmbelästigung befürchtet etwa Gerhard Raubert erst, wenn die Autobahn in Betrieb genommen wird. „Rest-Frankenhain hat den Tunnel - wir nicht“, sagt der 69-Jährige, dessen Haus ganz im Nord-Osten Frankenhains gelegen ist und bei Fertigstellung der Autobahn nur rund 150 Meter entfernt liegen wird.

Doch die Inbetriebnahme ist noch in weiter Ferne, wenngleich der Tunnel im Sommer 2015 fertiggestellt sein soll. „Ich sehe das sehr kritisch, ob der Bau nahtlos fortgesetzt wird“, nennt Darmstadt die größte Sorge der Gemeinde beim Namen.

Wolfgang Ruffing, dem das Dauerthema seit Anfang der 1970er Jahren ein Begriff ist, ulkt, dass er mit den Skizzen, die er bislang zum Thema Autobahn gesehen habe, eine solche bis nach Frankfurt pflastern könnte. Deshalb sagt er: „Ich gehe nicht davon aus, dass die nächsten zwanzig Jahre hier etwas passieren wird in Sachen Verkehr.“

Von Matthias Hoffmann

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Quelle: HNA

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