Schwalmstadts Mittagsruhe ist die Ausnahme

Lärm: Polizei rückt an jedem Wochenende aus

Schwalm-Eder. Besonders in der warmen Jahreszeit werden Ordnungsämter und Polizei zu Streitigkeiten zwischen Nachbarn gerufen: Der Grund ist Ruhestörung. Sowohl tagsüber als auch nachts fühlen sich Anwohner durch den Lärm ihrer Nachbarn gestört.

In Schwalmstadt gilt noch die Mittagsruhe. Von 13 bis 15 Uhr darf dort nicht mit lärmendem Gerät gearbeitet oder laute Musik gehört werden. Das regelt die Gefahrenabwehr gegen Lärm der Stadt. Schwalmstadt ist damit allerdings die Ausnahme im Landkreis. Als einzige Kommune führte die Stadt 2006 solch eine Verordnung ein. Sie gilt jedoch nur für Privatpersonen und nicht fürs Gewerbe. In den anderen Kommunen gilt allein das Bundesimmissionsschutzgesetz.

Die individuelle Regelung sei eine Frage der Kulanz der jeweiligen Gemeinde, heißt es aus Spangenberg. „Wir haben selten Beschwerden wegen Lärmstörungen in der Mittagszeit“, sagt Cornelia Berresheim, stellvertretende Leiterin des Homberger Ordnungsamtes.

Laut Peter Staufenberg vom Schwalmstädter Ordnungsamt ist die Zahl der Beschwerden in den Jahren nicht gestiegen. „Vieles können wir im Gespräch vor Ort klären.“ Viele Schwalmstädter wüssten nicht, dass es Mittagsruhe gibt. Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld. Doch das Ordnungsamt verfolge nur wenige Verfahren, da sich Nachbarn scheuen würden, den Schritt zu gehen.

Jedes Wochenende hingegen rücke die Polizei zu nächtlichen Ruhestörungen aus, erklärt Polizeipressesprecher Reinhard Giesa. Meist gehe es dann um Sommerfeste nach 22 Uhr. „Das war schon immer so“, betont Giesa. Meist verwarnen die Beamten die Krachmacher mündlich. Muss die Polizei ein zweites Mal anrücken, gibt es eine Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit, einen Platzverweis oder die Lärmquelle wird sichergestellt.

Von Claudia Schittelkopp

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Quelle: HNA

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